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Hilfe für Menschen

Bundespräsident würdigt Bethel als "Ort der Zuversicht"

Mit einem Festgottesdienst haben die Bodelschwingschen Stiftungen in Bielefeld-Bethel ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert. Bundespräsident Steinmeier lobt den Beitrag für ein besseres Miteinander mit Behinderten.

Deutschland Bundespräsident Steinmeier 150 Jahre Bethel (Foto: picture-alliance/dpa/C. Seidel)

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bethel Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl (r.)

Ostern sei ein Fest für Menschen, die sich "leise und langsam und immer neu" miteinander auf den Weg machten; das treffe auch auf Bethel zu, wo Menschen mit Behinderung leben, sagte die Präses der westfälischen Landeskirche, Annette Kurschus, in dem Gottesdienst. Unter den Gästen in der Zionskirche war auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Steinmeier sagte in einem Grußwort, das Diakoniewerk sei ein weit über die Landesgrenzen hinaus bekannter "Ort der Zuversicht, der Fröhlichkeit und vor allem ein Ort voller Überraschungen". Bethel habe wesentlich zu einer spürbar besseren Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen, zu medizinischen und sozialen Innovationen und zur Verwirklichung eines besseren Miteinanders beigetragen, sagte der Bundespräsident, der von seiner Frau Elke Büdenbender begleitet wurde. Es sei Aufgabe der Gesellschaft, die Würde eines jeden Menschen zu wahren, auch die der Schwächsten in der Gemeinschaft, betonte Steinmeier. Das Verständnis und die Verantwortung füreinander zu stärken, sei umso wichtiger "in dieser Zeit, in der Gesellschaft droht, in ihre Einzelteile zu zerfallen", sagte Steinmeier.

"Traum vom selbstbestimmten und unabhängigen Leben"

Der Präsident der bundesweiten evangelischen Diakonie, Ulrich Lilie, sagte, das Diakoniewerk Bethel stehe seit seinen Anfängen dafür, dass evangelischer Glaube ein menschenfreundliches Gesicht zeige. Dass Religion als menschenfreundlich wahrgenommen werde, sei in Zeiten von intolerantem Fundamentalismus und religiös motiviertem Terrorismus nicht selbstverständlich. In Bethel werde der "Traum vom selbstbestimmten und unabhängigen Leben in ganz reale und menschenfreundliche Wirklichkeit" verwandelt.

150 Jahre v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel (Foto: picture alliance/dpa/F. Gentsch)

Bethel ist eines der größten Sozialunternehmen Europas

Die Präses Annette Kurschus erklärte in einem Grußwort, in Bethel werde das Leben besonders intensiv spürbar, gerade "weil hier Krankheit, Behinderung, Not und Tod nicht verschwiegen werden; gerade weil hier auch das Beschädigte und wenig Glanzvolle Ansehen findet, weil hier dem Bruchstückhaften ungebrochene Würde zukommt". Sie begegne nirgendwo "so vielen fröhlichen, dem Leben zugewandten Menschen wie ausgerechnet in Bethel".

Im Jahr 1867 begann in Bielefeld die Arbeit mit der Fürsorge für epilepsiekranke Jugendliche. Maßgeblich geprägt wurde die Einrichtung von Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910), der 1872 die Leitung übernahm. Bethel gilt heute mit rund 18.000 Mitarbeitern als eines der größten diakonischen Sozialunternehmen Europas. Insgesamt werden jährlich rund 230.000 Menschen durch Bethel-Angebote behandelt, betreut, gefördert, ausgebildet oder beraten.

pab/haz (dpa, epd, kna)

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