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Politik

Bundespräsident Horst Köhler tritt zurück

Nach seinen umstrittenen Äußerungen über die Einsätze der Bundeswehr ist Bundespräsident Horst Köhler zurückgetreten. Die Kritik an seiner Person lasse den notwendigen Respekt vor dem höchsten Staatsamt vermissen.

Bundespraesident Horst Koehler im Bundeswehrfeldlager Camp Marmal in Masar-i-Scharif (Foto: apn)

Rücktritt nach Bundeswehr-Debatte: Horst Köhler in Afghanistan

Bundespräsident Horst Köhler hat seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Hintergrund sind umstrittene Äußerungen des Staatsoberhaupts über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan.

Die Unterstellung, er habe einen grundgesetzwidrigen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen befürwortet, entbehre jeder Rechtfertigung, sagte Köhler am Montag (31.05.2010) in Berlin. Das lasse den notwendigen Respekt vor dem höchsten Staatsamt vermissen.

Köhler sagte, er habe Bundesratspräsident Jens Böhrnsen (SPD) über seinen Schritt informiert. Der Bremer Bürgermeister übernimmt vorübergehend die Amtsgeschäfte. Nach Berichten von Anwesenden verließ Köhler sofort nach seiner Stellungnahme den Amtssitz Schloss Bellevue in einem Wagen.

Kanzlerin Merkel nahm keine Stellung zu Köhler

Köhler hatte Auslandseinsätze der Bundeswehr auch mit der Wahrung deutscher Wirtschaftsinteressen begründet und damit eine heftige Debatte ausgelöst. Später ließ er seine Äußerungen präzisieren. Ein Sprecher sagte in der vergangenen Woche, die Afghanistan-Mission sei nicht gemeint gewesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Freitag über eine Sprecherin deutlich gemacht, dass sie zu den Äußerungen Köhlers keine Stellung nehmen will. Im übrigen habe Köhler seine Äußerungen präzisieren lassen. "Und dem ist nichts hinzuzufügen."

Der Rückzug von Köhler mitten in der Euro-Krise könnte die schwarz-gelbe Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Bedrängnis bringen. Der 67-jährige Köhler war Kandidat von Union und FDP.

Autor: Benjamin Hammer (mit dpa)
Redaktion: Martin Schrader

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