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Sport

Bundesliga trifft auf Zuckerhut

"Maracanã", der Eröffnungsfilm des Fußball-Filmfestivals "Cinefoot" in Rio de Janeiro erinnert an die traumatische Niederlage der Brasilianer gegen Uruguay von 1950. Aber auch vor Deutschland hat man hier Angst.

Das fünfte internationale Fußball-Filmfestival "Cinefoot" wurde am 22. Mai in Rio de Janeiro eröffnet und wird insgesamt 79 verschiedene Filme zeigen. Das Festival soll in zwölf verschiedenen Städten stattfinden. Alleine in Rio werden die Beiträge in acht unterschiedlichen Kinos gezeigt. Der Eintritt ist für alle Vorstellungen kostenlos.

Die Filme sind nicht nur für Fußballfans gedacht: Viele thematisieren politische und gesellschaftliche Themen, bei denen das runde Leder nicht immer im Vordergrund steht. Aufgrund der großen sozialen Ungerechtigkeit, die von den Brasilianern empfunden wird, wird vor allem den politischen Filmen große Aufmerksamkeit zuteil.

"11mm" fördert den kulturellen Austausch

Die Macher des deutschen Pendants, dem "11mm Filmfestival", wurden vom Goethe Institut eingeladen und ermöglichen somit den Austausch einiger cineastischer Highlights. Auch die Serie der Kick off! Redaktion der Deutschen Welle "50 Jahre Bundesliga", die anschaulich ein halbes Jahrhundert deutscher Fußballgeschichte zeigt, wurde in der Stadt am Zuckerhut gezeigt.

11mm-Veranstalter Birger Schmidt (r.) mit einer Cinefoot-Mitarbeiterin bei der Eröffnungsfeier in Rio de Janeiro. (Foto: DW/Manuel Vering)

"11mm"-Veranstalter Birger Schmidt (r.) mit einer "Cinefoot"-Mitarbeiterin bei der Eröffnungsfeier in Rio de Janeiro.

"Man kann schon sagen, dass sich Antonio Leal die europäischen Highlights für sein Festival herauspickt und wir im Gegenzug lateinamerikanische Filme mitnehmen, die uns besonders interessieren", sagt Birger Schmidt, Organisator des Berliner Festivals. "Gerade Filme über die Geschichte des deutschen Fußballs, wie etwa das Wunder von Bern, kommen erstaunlich gut an. Ich bekomme dann häufig Lob und Schulterklopfer, wenn die Leute denken ich sei der Regisseur", erklärt Schmidt.

Die Härte des deutschen Spielstils

So fielen auch die Reaktionen auf "50 Jahre Bundesliga" positiv aus. "Ich finde die Unterschiede zwischen ost- und westdeutschem Fußball sehr interessant. Das ist wie mit dem armen Nordosten und dem reichen Süden Brasiliens", sagt Gabrielle Marssing, eine Brasilianerin mit deutschen Wurzeln, nachdem sie sich den Fünfteiler angeschaut hat. "Was mir Angst macht, ist die Härte des deutschen Spielstils", fügt sie hinzu.

Zé Andrade, ein Künstler aus Rio, sei vor allem durch die gute Organisation und die Willenskraft der Deutschen beeindruckt gewesen. "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass man in Deutschland seine Grundrechte ignoriert, nur weil gerade Fußball gespielt wird", erklärt er. Obwohl er sonst ein großer Fußballfan sei, spricht er sich entschieden gegen die diesjährige WM aus.

Offene Diskussionsrunde zur WM in Brasilien

Die Organisatoren des "Cinefoot Festivals" scheinen sich der schwierigen Bedingungen im Land bewusst zu sein und organisieren eine offene Diskussionsrunde mit dem Thema "Brasilien 2014, was ist das für eine WM?". Auch Birger Schmidt wird an der Veranstaltung teilnehmen. "Ich mache mir zwar Sorgen um die Situation im Land, freue mich aber dennoch auf die Fußball WM hier in Brasilien."