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Wirtschaft

Bundesliga spürt die Wirtschaftskrise

In Europas Fußball-Ligen geht die Schere zwischen armen und reichen Clubs immer weiter auseinander. Nun sinnt die UEFA auf Abhilfe. Das deutsche System der zentralen Verteilung der Medieneinnahmen könnte Vorbild sein.

Medientribüne im Kölner Fußballstadion (Foto: dpa)

Die Medien sorgen in Deutschland für konstante Einnahmen

Auch die Bundesliga-Klubs spüren die Wirtschaftskrise. Schon ein Drittel der Vereine der Ersten und Zweiten Fußball-Bundesliga hat in der abgelaufenen Saison Verluste erlitten. Ein Jahr zuvor waren es nur sieben Prozent. Grund sind weniger die ausbleibenden Zuschauer als vielmehr die sinkenden Einnahmen durch Sponsoring. Das hat die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young in ihrer neuen Studie zum Profifußball ermittelt.

Die Unternehmen sparen an Banden- oder Trikotwerbung oder laden weniger Gäste in die VIP-Logen der Stadien ein. Und die Lage dürfte sich in der an diesem Freitag beginnenden neuen Saison weiter verschlechtern, sagt der Autor der Studie, Arnd Hovemann: "Die Vereine treten auf die Kostenbremse. Sie sind vermehrt auf Spieler aus, die ablösefrei zu haben sind. Und auch bei den Spielergehältern versucht man, mit einem schmaleren Budget in die Saison zu gehen."

Spitzenreiter Bayern

Bayern-Spieler beim Training (Foto: dpa)

Die höchsten Einnahmen hat der FC Bayern München

So rechnet inzwischen jeder zweite Verein mit sinkenden Einnahmen. Die höchsten Medienerlöse erzielte in der vergangenen Saison der FC Bayern München mit gut 28 Millionen Euro, gefolgt von Schalke 04 und dem Hamburger SV mit jeweils rund 25 Millionen Euro. Auf dem letzten Platz liegt der Aufsteiger des vergangenen Jahres,1899 Hoffenheim, mit immerhin noch 13,3 Millionen Euro.

Verglichen mit anderen europäischen Ligen sind die Einnahmen unter den Bundesliga-Clubs relativ gleich verteilt, und das wirkt sich auch auf die sportliche Wettbewerbsfähigkeit aus, meint Hovemann: "Deshalb sind die französische Ligue 1 und die Bundesliga spannend und abwechslungsreich. In England, aber auch in Italien und Spanien geht es sehr viel einseitiger zu. Da mögen zwar die größeren Stars spielen, aber oft steht der Spielausgang schon vorher fest."

Einseitige Ligen

Spielszene Manchester gegen Liverpool (Foto: Javier Garcia / BPI)

Einseitige Angelegenheit? Manchester gegen Liverpool

Neben der Bundesliga ist auch die finanzielle Lage der Vereine der französischen ersten Fußball-Liga, der Ligue 1 noch recht robust. Doch in England, Spanien oder Italien sind einige wenige Clubs auch dank potenter Investoren erfolgreich –schließlich hängen die sportliche und finanzielle Situation stark voneinander ab.

Dafür leiden aber in England fast vier Fünftel der Clubs unter der Krise, in Italien und Spanien sind das je gut 70 Prozent. Das liegt auch daran, dass die Bestplatzierten in den europäischen Wettbewerben wie etwa der Champions League auch von hohen Prämien profitieren. So driften die Vereine immer weiter auseinander.

Deutsches Vorbild

UEFA Präsident Michel Platini (Foto: dpa)

Mehr finanzielles fair play in Europas Ligen: UEFA- Präsident Michel Platini

Da hat sich das deutsche System bewährt, das die Medieneinahmen zentral vermarktet und diese relativ gleichmäßig unter den Vereinen der ersten und zweiten Bundesliga aufteilt. Und das könnte auch Vorbild für Europa werden, meint Arnd Hovemann von Ernst & Young. "Die UEFA hat das Problem, dass die Ligen immer vorhersehbarer werden, erkannt und will eine Kommission einsetzen, die ein finanzielles fair play zwischen den Clubs herstellen soll. Damit die Zuschauer wieder ins Stadion kommen, ohne zu wissen, wie das Spiel nach 90 Minuten endet."

Autor: Brigitte Scholtes
Redaktion: Rolf Wenkel

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