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Fußball

Bundesliga auch wirtschaftlich top

Die Bundesliga bleibt die profitabelste Fußball-Liga Europas, beim Umsatz hinkt sie der englischen Premier League aber weit hinterher. Doch die jüngsten sportlichen Erfolge versprechen eine rosige Zukunft.

Sportlich hatte die europäische Konkurrenz den deutschen Vereinen in diesem Jahr nicht viel entgegen zu setzen. Das erste deutsche Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München krönte eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Fußball-Bundesliga. Neben dem sportlichen Erfolg ist die Bundesliga aber auch wirtschaftlich fast unschlagbar. Der Gesamtumsatz des europäischen Fußballmarktes stieg im Geschäftsjahr 2011/12 um elf Prozent auf ein neues Rekordniveau von 19,4 Milliarden Euro.

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Exportschlager Bundesliga

Die Bundesliga rangiert mit einem Gesamtumsatz von 1,9 Milliarden Euro auf dem zweiten Rang, hinter der Premier League (2,9 Mrd.). Auf den weiteren Plätzen folgen die spanische Primera Division (1,8 Mrd.), die italienische Serie A (1,6 Mrd.) und die französische Ligue 1 (1,1 Mrd.). Die Fußball-Bundesliga steigerte ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozentpunkte, der Studien-Primus Premier League dagegen sogar um 16 Prozent. Das geht aus dem "22. Annual Review of Football Finance" der Wirtschaftsberatungsgesellschaft Deloitte hervor.

"Steigende Umsatzerlöse"

Absolute Spitze bleibt der deutsche Profifußball in Sachen Wirtschaftlichkeit: Zum vierten Mal in Folge erzielte die Bundesliga mit 190 Millionen Euro das beste operative Ergebnis aller großen Ligen. "Die Profitabilität der Fußball-Bundesliga basiert neben kontinuierlich steigenden Umsatzerlösen auf im internationalen Vergleich niedrigeren operativen Kosten", sagt Karsten Hollasch, Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte. Ein Grund dafür seien die deutlich niedrigeren Gehaltskosten im Vergleich zum Gesamtumsatz.

Besonders die Fan-Artikel von Borussia Dortmund sind bei den Fans beliebt. (Foto: dpa)

Besonders die Fan-Artikel von Borussia Dortmund sind bei den Fans beliebt

So lag das durchschnittliche Verhältnis der Gehälter zum Gesamtumsatz bei 51 Prozent und war damit sogar zwei Prozentpunkte geringer als im Vorjahr. Kein Vergleich zu den Quoten in Spanien (60%), England (70%), Frankreich (74%) und Italien (75%). Ein weiterer Grund sind die überproportional gestiegenen Erlöse beim Fanartikel-Verkauf der Bundesligisten. "Die Umsatzzahlen im Bereich Merchandising sind im Vergleich zum vergangenen Jahr um 18 Prozent gestiegen", berichtet Hollasch im DW-Interview.

Stimmungsarmut in England

Ein weiterer Pluspunkt der Bundesliga: die Atmosphäre. Wenn 25.000 Zuschauer auf der Dortmunder Südtribüne erst einmal anfangen zu singen und zu jubeln, dürfte jedem Fußball-Fan ein kleiner Schauer den Rücken hinunterlaufen. Die traditionsreiche Stehplatztribüne steht sinnbildlich für die sensationelle Stimmung in den deutschen Stadien. Beneidet werden die deutschen Fußball-Fans vor allem von den Engländern, die immer mehr mit dem Problem der Stimmungsarmut zu kämpfen haben. Auch deshalb ist der Zuschauerschnitt in der Bundesliga mit über 44.000 Besuchern nach wie vor der höchste in Europa. Zudem konnte der Schnitt um "fünf Prozentpunkte gesteigert werden. Neben der deutschen Liga, gelang das nur den Klubs der Primera Division in Spanien. Alle anderen Ligen müssen einen negative Entwicklung verkraften", so Hollasch.

Gute Zukunftsaussichten

Doch nicht nur national ist das deutsche Oberhaus ein Zuschauermagnet, auch international sorgen die 18 Klubs immer mehr für Aufsehen. "Durch die jüngsten sportlichen Erfolge unserer Spitzenklubs auf europäischer Ebene hat die Marke Bundesliga einen enormen Imagegewinn erfahren. Damit steigt zwangsläufig auch das Vermarktungspotenzial im Ausland", so Hollasch. Sportlich und wirtschaftlich steht der Bundesliga also eine rosige Zukunft bevor.

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