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Wirtschaft

Bund gibt MobilCom eine zweite Chance

Die Insolvenz des Mobilfunk-Anbieters MobilCom ist abgewendet. Mit einer Finanzspritze des Staates von bis zu 400 Millionen Euro kann das Unternehmen weiterarbeiten – vorerst.

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MobilCom: Es geht weiter

Trotz der versprochenen Millionen ist die Zukunft des als Telekom-Preisbrechers groß gewordenen Unternehmens weiter ungewiss. So ließ die in Aussicht gestellte Soforthilfe durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) am Montag zunächst auf sich warten. In Brüssel sorgte derweil Wettbewerbskommissar Mario Monti für Verunsicherung der MobilCom-Mitarbeiter.

Monti will die neuerliche spektakuläre Hilfsaktion der Regierung Schröder kritisch unter die Lupe nehmen. Die Unterstützung müsse auf jeden Fall zu marktüblichen Zinssätzen gewährt werden; in spätestens sechs Monaten soll die Bundesregierung einen tragfähigen Umstrukturierungsplan vorlegen.

"Nur ein Liquiditätsengpass"

Die MobilCom galt lange als ein Vorzeigeunternehmen der deutschen New Ecomomy. Die Firma verdient ihr Geld vor allem mit dem Weiterkauf von Mobilfunk-Kapazitäten. Mit der staatlichen Finanzspritze soll jetzt ein Umbau der Firma auf den Weg gebracht werden. Das Unternehmen will auf jeden Fall auch an seinen umstrittenen UMTS-Plänen festhalten. Dabei gelten die Kredite für den Erwerb der acht Milliarden Euro teuren Lizenz des zukünftigen Multimedia-Standards UMTS und den Netzaufbau als Hauptursache für die finanziellen Schieflage bei MobilCom.

Kritisch für MobilCom ist aber vor allem die Beziehung des Unternehmens zu Großaktionär France Télécom. Nach der Krisensitzung in Berlin am Sonntagabend hatte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller ausdrücklich auf die weiteren Finanzierungsverpflichtungen des französischen Telekom-Konzerns hingewiesen. Die Franzosen hatten in der vergangene Woche ihre Zahlungen für den UTMS-Ausbau eingestellt und mit ihrem Rückzug MobilCom in Bedrängnis gebracht. MobilCom sei jedoch ein im Kern gesundes Unternehmen mit einem Liquiditätsengpass, begründete Müller die Hilfen. Deshalb sei eine Insolvenz nicht zu verantworten gewesen.

Gelassenheit in Paris

Nach Ansicht der Bundesregierung muss die teilprivatisierte France Télécom noch bis zu zehn Milliarden Euro für den UTMS-Ausbau zuschießen. Darauf habe MobilCon einen Rechtsanspruch. Die Franzosen sehen das ganz anders. France Télécom gibt den inzwischen von MobilCom angedrohten Klagen wenig Chancen. France-Télécom-Vorstand Jean-François Pontal am Wochende: "Wir sind juristisch in einer sehr soliden Position." (hh)

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