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Politik

Bulgarische Gefangene in der Heimat begnadigt

Die in Libyen verurteilten Krankenschwestern sind zurück in Bulgarien und wurden dort begnadigt. Laut libyschen Gerichten sollen sie und ein Arzt 400 libysche Kinder mit HIV infiziert haben.

der palästinensische Arzt Ashraf Alhajouj (links) und die bulgarische Krankenschwester Kristina Valcheva (2. v.r.) (Quelle: dpa)

Endlich wieder frei: der palästinensische Arzt Ashraf Alhajouj (links) und die bulgarische Krankenschwester Kristina Valcheva (2. v.r.)

Die in einem Aids-Prozess in Libyen verurteilten bulgarischen Krankenschwestern sind am Dienstagmorgen (24.7.) aus der libyschen Hauptstadt Tripolis in Richtung Heimat abgeflogen und in Sofia gelandet. Bei ihrer Ankunft wurden die Krankenschwestern von Staatspräsident Georgi Parwanow per Dekret begnadigt. Mit an Bord des französischen Flugzeugs waren Cecilia Sarkozy, die Frau des französischen Staatspräsidenten, und EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner. Bereits in der Nacht hatten Angehörige am internationalen Flughafen der bulgarischen Hauptstadt ausgeharrt.

Engagement von Cecilia Sarkozy

Ihre Hoffnungen waren durch den Libyen-Besuch von Sarkozy und Ferrero-Waldner am Montag genährt worden. Frankreichs First Lady und die EU-Kommissarin hatten sich seit Sonntag in Libyen aufgehalten und sich bei der libyschen Führung um eine Ausreise der fünf Bulgarinnen und eines palästinensischen Arztes mit bulgarischer Staatsangehörigkeit bemüht.

"Der dramatische Fall mit den verurteilten Krankenschwestern nähert sich seinem Ende", hieß es in einer Mitteilung des bulgarischen Präsidialamtes. Der Sprecher des bulgarischen Außenministeriums, Dimitar Zantschew, erklärte zum Abflug des französischen Regierungsflugzeuges aus Tripolis: "Das ist eine gute Nachricht, die Bulgarien seit acht Jahren erwartet."

Mangelnde Hygiene

Die ursprünglich gegen die Bulgaren verhängten Todesstrafen waren vor einer Woche in lebenslange Haft umgewandelt worden, nachdem die betroffenen Familien eine Entschädigung erhalten hatten. Anwälten zufolge wurde für jedes infizierte Kind eine Million Dollar (rund 725.000 Euro) gezahlt, zu einem großen Teil mit Geldern der EU.

Die Mediziner waren für schuldig befunden worden, mehr als 400 libysche Kinder in einem Krankenhaus in Bengasi absichtlich mit Aids infiziert zu haben. Experten hatten dies allerdings bezweifelt und die schlechte Hygiene in der Klinik als vermutlichen Grund für die Infektionen genannt. (chr)

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