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Bulgariens Ex-Präsident Schelju Schelev sagt über die DW

"Ich habe die Deutsche Welle schon in den 1980er Jahren gehört. Zu Zeiten des kommunistischen Regimes waren westliche Sender wie die DW die einzige Quelle objektiver Information."

2. Titel: Schelju Schelev (englische Transkription: Zhelyu Zhelev), bulgarischer Philosoph, ehemaliger Dissident und - nach der politischen Wende - erster demokratisch gewählter Präsident Bulgariens (1990-1997) Beschreibung: Der bulgarische Philosoph und einstige Dissident Schelju Schelev war nach der politischen Wende in seinem Land der erste demokratisch gewählte Präsident (1990-1997). Copyright: privat

Schelju Schelev

"Ich habe die DW-Sendungen schon in den 1980er Jahren gehört, vor dem Entstehen der antikommunistischen Opposition in Bulgarien. Die westlichen Sender waren die einzige Quelle objektiver Information nicht nur über die Weltpolitik. Sie lieferten auch Nachrichten über die tatsächliche Lage in unserem Land, das ja medienmäßig hinter einer Chinesischen Mauer eingesperrt war. Die Durchschlagskraft des Hörfunks konnte allerdings den von den Machthabern zugezogenen Informationsvorhang durchbrechen. Das kommunistische Regime wusste, dass der freie Informationszugang eine Todesgefahr für die Machthaber barg, deswegen wurden die westlichen Sender gestört. Die DW spielte eine immer wichtiger werdende Rolle in den letzten Jahren vor der Wende. Als oppositionelle Vereine im Mai 1989 eine Petition in das bulgarische Parlament einreichten, wurde der Text im DW-Programm vorgelesen. Auf diesem Wege gelang die Petition auch zu anderen westlichen Medien und die ganze Welt konnte über die Repressalien gegen oppositionelle Intellektuelle und gegen die türkische Minderheit in Bulgarien erfahren. Aus diesem Anlass wurden 16 Oppositionelle festgenommen. Die DW rief damals meine Ehefrau an, damit sie diese Information bestätigt. sie Ehefrau begann die Namen aufzuzählen, das Gespräch wurde aber sofort von den lauschenden Mitarbeitern der Geheimpolizei unterbrochen. Die DW gab aber nicht auf, meine Ehefrau wurde immer wieder angerufen, bis sie auch den letzten Namen hat durchgeben können."