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Wirtschaft

Buhlen um Aufträge in Le Bourget

Auf der größten Luftfahrtmesse der Welt wetteifern die Konzerne Boeing und Airbus um neue Bestellungen. Mit neuen Großaufträgen schließen die Europäer auf, doch der US-Konkurrent bleibt vorne.

Frontansicht eines Airbus A380 (Quelle: AP)

Aufwind für Airbus (Archivbild)

Mit Riesenaufträgen für Airbus hat am Montag (18.6.2007) die weltgrößte Luftfahrtmesse in Paris Le Bourget begonnen. Besonders freuen dürfte den angeschlagenen europäischen Flugzeugbauer eine Großorder für sein wichtiges Zukunftsprojekt A350: Die Fluggesellschaft Qatar Airways hat am Montag den Kaufvertrag über 80 der neuen Langstreckenjets im Katalogwert von 11,8 Milliarden Euro unterzeichnet. Zudem bestellte die Airline drei Airbus-Superjumbos vom Typ A380, hinzu kommen acht weitere A380-Bestellungen von Emirates Airways, wie Airbus auf der Luftfahrtmesse mitteilte.

Die acht von Emirates bestellten A380 kosten laut Liste rund 1,9 Milliarden Euro. Das schnell wachsende Unternehmen ist nach Umsatz und Passagierzahlen die größte Fluglinie im Nahen Osten. Airbus und Qatar Airways hatten das jetzt besiegelte wichtige A350-Geschäft bereits im Mai grundsätzlich vereinbart. Der A350 ist das direkte Konkurrenzmodell des Boeing "Dreamliner" 787 im hart umkämpften Segment der mittelgroßen Langstreckenflugzeuge. Rumpf und Tragflächen werden erstmals zum Großteil aus leichtem Kohlefaserverbundmaterial gefertigt, wodurch die Maschine im Betrieb billiger und umweltfreundlicher werden soll.

Amerikaner bleiben vorne

Fotomontage A350 und Boeing Dreamliner über den Wolken (Quelle: AP, Deutsche Welle)

Airbus' A350 und Boeings Dreamliner sind direkte Konkurrenten

Die jüngsten Bestellungen aus der Region am Persischen Golf sind gute Nachrichten für Airbus, die das Unternehmen auch dringend braucht. Im vergangenen Jahr zogen die Europäer zum ersten Mal seit 2000 weniger Bestellungen als der US-Konkurrent Boeing an Land. Die Europäer verzeichneten 824 Aufträge, Boeing 1050. Der Rückstand könnte sich in diesem Jahr vergrößern. So hatte Boeing vor Beginn der Messe in Le Bourget für seinen "Dreamliner" knapp 600 Orders in den Büchern, Airbus für sein Konkurrenzmodell A350 erst 13 Festbestellungen.

Mitten im größten Boom der Luftfahrtindustrie aller Zeiten bleibt Boeing dagegen vorsichtig. Boeing habe Aufträge für 188 Milliarden Dollar in den Büchern und erwarte für die nächsten Jahre die Fortsetzung des Aufschwungs, sagte Scott Carson, der Chef der Boeing Commercial Airplanes, in Le Bourget. Anders als Airbus in China werde Boeing aber weder neue Montagelinien aufbauen noch im Ausland Werke errichten. "Das Schlimmste, was wir tun können, ist Überkapazitäten schaffen", sagte Carson. Airbus baut derzeit in China ein Werk zur Montage der A320-Mittelstreckenflugzeuge.

Mehr Aufträge für internationale Zulieferer

Einweihungszeremonie für chinesisches Airbuswerk. Im Vordergrund ein Modellflieger. (Quelle: AP)

Ab August 2008 sollen in China Airbus' A320 produziert werden

Wie Airbus verlagert Boeing zunehmend Ingenieurarbeiten ins Ausland. "Alleine in Russland haben wir mehr als 1000 Ingenieure in zwei Entwicklungszentren, die an der 787 und dem 747-Frachter arbeiten", sagte Carson. Gleichzeitig vergibt Boeing immer mehr Produktion an Zulieferer. So wurden vom Langstreckenflugzeug 787 mehr als drei Viertel der Arbeiten an Partner vergeben; große Rumpfteile kommen aus Japan und Italien. Die 787 soll am 8. Juli der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der für August geplante Erstflug wird voraussichtlich auf Mitte September verschoben. Der erste "Dreamliner" werde aber wie geplant im Mai 2008 an die Kunden gehen, sagte Carson.

Die Schau in Le Bourget ist die größte internationale Luftfahrtmesse der Welt. In diesem Jahr ist sie so groß wie nie. 400.000 Gäste erwarten die Veranstalter bis zum kommenden Sonntag auf dem Flugfeld und in den Messehallen nördlich von Paris. (rri)

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