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Aktuell Deutschland

Buchmesse: Mehr als Maori und Berge

Obwohl es im Neuseeland-Pavillon permanent regnet – eine Idee der Gestalter – ist der Ansturm enorm. Das Gastland freut sich über die Neugier an der Literatur und Kultur des Inselstaates.

Einen Tag vor dem Ende der Frankfurter Buchmesse zieht das Gastland Neuseeland Bilanz: 27.000 Besucher im neuseeländischen Pavillon, 80 Autoren aus Neuseeland vor Ort in den Messehallen, 100 zusätzlich ins Deutsche übersetzte Bücher und rund 100 Veranstaltungen wie Kunstausstellungen und Filmvorführungen.

Kevin Chapman, Präsident der neuseeländischen Verleger, freut sich über das "überragende Interesse". Seit 25 Jahren besuche er regelmäßig die weltgrößte Buchausstellung und noch nie habe er erlebt, dass ein Gastland so sehr das beherrschende Thema der Messe war, wie es bei Neuseeland der Fall sei. Er wolle zeigen, dass Neuseeland mehr ist als Berge und Maori und sagte jetzt: "Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben".

Weit weg und bunt

Auch der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, ist zufrieden mit der Performance des Ehrengastes. Neuseeland sei nicht nur das geografisch am weitesten entfernte Gastland, es sei auch "das bunteste Gastland, das wie je hatten – und das nasseste". Die Gestalter des Neuseeland-Pavillons haben die Messehalle mit Wasser geflutet und es täglich regnen lassen.

Ein Frau im Pavillon des Gastlandes Island (Quelle: dpa)

Neuseelands Verleger hatten 100 zusätzliche Bücher ins Deutsche übersetzen lassen

Von Literatur über Sport bis hin zum Gourmetbereich - in fast allen Hallen sei das Gastland präsent gewesen. Verleger hätten Boos zudem erzählt, dass der Rechtehandel über die Erwartungen hinaus zugenommen habe. "Je mehr übersetzt wird, umso mehr können wir Neuseeland kennenlernen", sagte der Messedirektor.

Bundespräsident auf der Buchmesse

Bundespräsident Joachim Gauck hat heute gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt die weltgrößte Bücherschau besucht. Von Applaus begleitet sahen sie sich mehrere Verlagsstände an. Morgen will Gauck an der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche teilnehmen. Seit der offiziellen Eröffnung am Dienstag waren nur Fachbesucher und die Presse in den Messehallen. An diesem Wochenende dürfen alle Lesefreunde die Frankfurter Buchmesse besuchen.

Alle Hoffnung auf Bestseller-Autoren und Katzenkalender

Was die Besucherzahlen betrifft, so ging diese zumindest an den Fachbesuchertagen um rund 1,6 Prozent auf 146.187 Besucher zurück. Das passt zu der Einschätzung der Verlage, dass 2012 ein noch schwierigeres Jahr für den Buchhandel sei als 2011. Grund sei die Konkurrenz durch E-Books und Onlinebuchhändler. "Es ist eine Schande, dass es wahnsinnig viele gute Bücher gibt, aber die Leserschaft nicht weiter wächst", klagte Hanser-Verleger Michael Krüger.

Verleger berichten, dass Kunden vor allen Dingen zu Büchern von Bestseller-Autoren greifen. Verlage, die Autoren wie Ken Follett oder auch den Literaturnobelpreisträger Mo Yan unter Vertrag haben, profitietren. Ansonsten seien anspruchsvoll gestaltete Katzenkalender ebenfalls eine "sichere Bank", sagte ein Vertreter eines kleineren Verlags. Mit Büchern, die ein "haptisches Erlebnis" bieten, etwa durch einen besonderen Umschlag oder eine besondere Typographie, versuchen die Verlage dem E-Book-Trend entgegenzuwirken.

nem/qu (dpa, dapd)

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