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Bücher

Buchmesse 2006 präsentiert sich als Medienmesse

Verleger, Buchhändler, Autoren und Leser treffen sich mal wieder in Frankfurt am Main - der Welthauptstadt des Buches für fünf Tage. Über 7000 Aussteller präsentieren ihre Produkte - und das sind nicht mehr nur Bücher.

Zwei Besucherinnen vor lesen vor einem Plakat für das Gastland Indien in Büchern

Lesen für die Sinne

Als Johannes Gutenberg den Buchdruck revolutionierte, begann auch der Aufstieg Frankfurts zum bedeutenden Messeplatz für Bücher. Heute, rund 550 Jahre später, allerdings noch von "Buchmesse" zu sprechen, trifft die weltweit wichtigste Veranstaltung der Verlagsbranche nicht mehr ganz genau. Mittlerweile sind nur noch knapp die Hälfte der präsentierten Produkte Bücher. Längst hat sich die Frankfurter Buchmesse den neuen Trends auf dem Markt geöffnet.

Neue digitale Herausforderungen

Hörbücher und Presseerzeugnisse, aber auch Spiele und Papierwaren: Für den Buchhandel gehören sie zum erweiterten Angebot, ebenso wie der Bereich Film und TV. Elektronische Medien haben insbesondere die Wissenschaftsverlage längst selbst im Programm. Die neuen digitalen Herausforderungen heißen "Weblog" oder "Volltextsuche online". Hier will die Messe in diesem Jahr die Informationsprofis auf einem so genannten "digitalen Marktplatz" zusammenbringen.

Plattform zu sein, zum interkulturellen und politischen Gespräch einzuladen, das bietet die Frankfurter Buchmesse auch mit ihrem alljährlichen Gastlandauftritt. In diesem Jahr ist es Indien - zum zweiten mal übrigens nach 20 Jahren. "Ich glaube, Indien ist das Land, in dem in den letzten 20 Jahren am meisten passiert ist", sagt Messedirektor Jürgen Boos. Als Wirtschaftsmacht sei Indien mittlerweile präsent, aber Indien werde nicht als Kulturland wahrgenommen. "Es wird vergessen, dass Indien 24 offizielle Sprachen hat, viele Dialekte. Es gibt eine reiche lyrische Kultur." Zur Buchmesse sei besonders viel übersetzt worden.

Geschäft ist nicht alles

Rund 200 indische Verlage werden sich in Frankfurt präsentieren. Überhaupt boomt in diesem Jahr die Beteiligung der Asiaten: Die Zahl der chinesischen Aussteller hat sich gegenüber 2005 verdoppelt, jeweils 40 Prozent mehr als im Vorjahr kommen aus Thailand und Taiwan.

Und - allen Konzentrationsprozessen in der Branche zum Trotz - haben bei den deutschen Verlagen die mittleren und kleinen wieder zugelegt. Wichtig, vor allem auch für die "ganz normalen" Besucher: Geschäft ist eben nicht alles in Frankfurt. Mit rund 1000 Lesungen von zum Teil international bekannten Autoren und 380.000 ausgestellten Büchern kommen auch die Literaturfreunde auf ihre Kosten. Vielleicht stoßen sie dabei in der Halle der Antiquariate sogar auf das erste gedruckte Kochbuch aus dem Jahr 1480. Gutenberg lässt grüßen!

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