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Bücher

Buchhändler haben Bauchschmerzen

Volle Buchläden und lange Schlangen an den Kassen: In der Weihnachtszeit scheint die Welt für Buchhändler und Verlage in Ordnung zu sein. Doch der Eindruck täuscht.

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Bücher bleiben in den Läden

Die Buchbranche hat erneut ein ausgesprochen maues Jahr hinter sich. Die Umsätze stagnieren, der Verteilungskampf innerhalb der Branche wird härter, und den Verlagen macht die geplante Novellierung des Urheberrechts Sorgen. Sie rechnen mit steigenden Kosten. Dennoch: der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Dieter Schormann, ist optimistisch, dass es 2002 wieder aufwärts geht.

Bestseller: Bücher zu Filmen

Vom Erfolg der Kinofilme "Harry Potter" und "Der Herr der Ringe" profitieren derzeit auch die Buchhändler. Die Bücher zu den Filmen lassen die Kassen kräftig klingeln. "Harry Potter Band 1 läuft wahnsinnig gut", sagt Schormann, selbst Buchhändler in Gießen. Auch das Buch zum "Herrn der Ringe" entwickle sich kurz vor dem Filmstart in Deutschland zum Renner. Abgesehen davon sei das Weihnachtsgeschäft eher verhalten gestartet. "Außerdem können die beiden Bücher natürlich nicht den Umsatzausfall des restlichen Jahres ausgleichen", meint Schormann.

Schon seit Mai laufen die Geschäfte nicht so gut. Hinzu kommt die sinkende Kauflust nach dem 11. September. Besonders bei Reiseführern hat es "deutliche Einbrüche" gegeben. Hier erwartet Schormann auch 2002 keine Besserung: "Die Angst vorm Reisen vergeht nicht so schnell wie bei BSE." Für das kommende Jahr rechnet der Börsenvereins-Chef dennoch mit 2 bis 2,5 Prozent Wachstum. Das erste Quartal werde wegen der Euro-Umstellung schwierig, doch danach erwartet er - je nach der politischen und wirtschaftlichen Weltlage - einen kleinen Aufschwung.

Doch der Buchmarkt ist gesättigt - die Titelzahl steigt unaufhaltsam. Rund 83.000 Neuerscheinungen drängten im Jahr 2000 auf den Markt, dabei kaufen - laut Statistik - 45 Prozent der Deutschen überhaupt keine Bücher.

Nur die "Großen" überleben

"Nach den Regeln des Marketings überleben in gesättigten Märkten nur wenige Wettbewerber", erklärt das "Börsenblatt des Deutschen Buchhandels". Üblicherweise beherrschen zwischen fünf und neun Firmen den Markt. Wer unter einem Marktanteil von 15 Prozent liegt, wird gekauft, führt ein Nischendasein oder verschwindet. Manche Themengruppen wie Ratgeber, Wissenschaft und Recht sind schon jetzt in Händen weniger Verlage.

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