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Politik

Brutzeln und Barbecue

Wer in den USA in einem Haus lebt, der braucht einen Grill. Denn "Barbecue" gehört hier zum Alltag im Sommer einfach dazu. Doch bis die Steaks brutzeln, gilt es einige Hürden zu überwinden.

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Es fängt schon an mit der Frage: Kohle oder Gas? In Deutschland heißt Grillen: Holzkohle aufschütten, mit viel Mühe zum Brennen bringen, warten bis die Kohle durchgeglüht ist – während die Mägen der Gäste schon knurren – und dann endlich Steaks und Würstchen auf den Rost legen. Um festzustellen, dass die Glut nicht heiß genug ist oder nicht lange genug brennt, um Knuspriges für alle Gäste zu produzieren.

Natürlich gibt es hier auch Holzkohle-Grills. Aber der Rat der Kollegen war eindeutig: In Amerika muss man einen Gasgrill kaufen. In dem Einkaufscenter unserer Wahl für nahezu alle Einrichtungsfälle sind auch einige zu besichtigen. Sie haben mindestens die Ausmaße eines mittleren Kühlschranks. Bieten Platz für Steaks in zwei Lagen. Haben die ebenfalls empfohlene zusätzliche Gas-Kochstelle an der Seite – oder auch zwei davon, je nach Geschmack und Geldbeutel. Haben einen Deckel zum Zuklappen und glänzen in Chrom oder mattschwarz.

Reine Männersache

Wir entscheiden uns für die preisgünstige Hausmarke, von überschaubaren Ausmaßen, man muss es ja nicht gleich übertreiben. Die Kiste, die es nach Hause zu transportieren gilt, ist riesig. Ein Kind könnte sich darin bequem verstecken. Die Überraschung beim Auspacken: Der Grill besteht aus mindesten 50 Einzelteilen, Schrauben nicht mitgerechnet. Die müssen zusammengebaut werden, bevor das erste Würstchen verspeist werden kann.

Ich beschloss, zur Abwechslung mal ganz konservativ zu sein: Grillen ist Männersache. Daraus folgt: Grillaufbauen auch. Ich beschränkte mich also darauf, zwischendurch einige nicht zu kritische Blicke zu werfen (es geht hier um Gas… du liebe Güte! Darf der Grill denn dann in der Sonne stehen, wenn er nicht benutzt wird?), nach mehreren Stunden einmal zur Hand zu gehen, weil der fast fertige Grill wieder auseinander genommen werden musste: Ein Gestänge war falsch eingebaut und der Gasflasche im Weg.

Gourmet-Grillen

Am Abend war der Grill fertig, die Gasflasche aber noch nicht angeschlossen. Das erste Grillen musste auf den nächsten Tag verschoben werden, die gekauften Steaks verschwanden wieder im Kühlschrank.

Am nächsten Abend dann aber war es soweit: Die Gasleitungen installiert und getestet, das erste Abbrennen erledigt. Es konnte losgehen. Und wirklich: Es funktionierte alles auf Anhieb, die Steaks waren lecker, die Würstchen auch, alle waren zufrieden.

Inzwischen haben wir auch schon "Grilling Planks" gekauft, das sind kleine Holzbrettchen, die zuerst in Wasser eingeweicht werden und auf die man dann zum Beispiel Fisch legt. Das Ganze kommt auf den Grill – und das Aroma des Holzes, Eiche, Zeder oder auch andere Holzarten – geht auf den Fisch über. Der neuste Schrei beim Gourmet-Grillen, verspricht die Werbung. Wir sind gespannt. Jetzt muss es nur noch wieder warm werden.