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Frankreich

Brutaler Überfall auf Missionarsheim in Frankreich

Eine getötete Angestellte und Entsetzen bei 70 Missionaren im Ruhestand - das ist die Bilanz der Gewalttat. Die Behörden gehen bisher von einem rein "kriminellen" Akt aus - weitere Erkenntnisse nicht ausgeschlossen.

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Frankreich: Attacke auf Heim für Missionare

Ein bewaffneter Mann hat ein Seniorenheim für pensionierte katholische Missionare in Frankreich überfallen und dabei eine Angestellte getötet. Der vermummte Täter sei mit einer abgesägten Flinte und einem Messer in das Wohnheim im südfranzösischen Montferrier-sur-Lez nahe Montpellier eingedrungen, teilte die Präfektur mit. Er habe sein Opfer gefesselt, die Frau dann mit einer Stichwaffe umgebracht und schließlich die Flucht ergriffen. Alarmiert wurde die Polizei von einer anderen Angestellten, die ebenfalls von dem Täter gefesselt wurde, sich aber selbst befreien konnte. 

45-jähriger Mann als Verdächtiger identifiziert

Die Präfektur sprach von einem "kriminellen Akt", die Polizei startete einen Großeinsatz zur Ergreifung des Täters. Über ein mögliches terroristisches Tatmotiv gebe es keine Erkenntnisse, sagte Staatsanwalt Christophe Barret. "Momentan haben wir keine besonderen Hinweise auf das Motiv für dieses Verbrechen", fügte er hinzu. Die Ermittler verfolgten aber vorrangig eine Spur, die auf einen Täter "aus der Region" hinweise. Nach Barrets Angaben wurde in einem Fahrzeug in der Nähe des Wohnheims eine Waffenattrappe gefunden. Inzwischen sei auch ein etwa 45 Jahre alter Mann als Verdächtiger identifiziert worden, der in Montferrier-sur-Lez lebe, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen. 

In dem Heim "Les Chênes Verts" leben rund 70 ehemalige Afrika-Missionare - unter ihnen Priester, Mönche und Laien. Die meisten der zum Teil gebrechlichen Bewohner wurden während des Einsatzes in Sicherheit gebracht. Ihr Durchschnittsalter liegt bei etwa 75 Jahren; manche sind über 90 Jahre alt. Die katholische Kirche in Frankreich zeigte sich erschüttert über die Tat. "Unsere Gebete heute Nacht gelten der Frau, die bei diesem Angriff ihr Leben verloren hat", erklärte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Olivier Ribadeau Dumas.

Erinnerungen an Priestermord von Saint-Étienne-du-Rouvray 

Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Ermordung eines Priesters durch zwei Dschihadisten in der Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray in der Normandie. Dort hatten die Angreifer am 26. Juli während der Morgenmesse Geiseln genommen und anschließend den 85 Jahre alten Priester ermordet. Frankreich wurde seit Anfang 2015 von einer Reihe islamistischer Anschläge getroffen, die Furcht vor neuen Attentaten ist groß. Bei der blutigsten Attacke töteten islamistische Selbstmordattentäter am 13. November 2015 in Paris 130 Menschen. Seitdem gilt in Frankreich der Ausnahmezustand.

sti/hf (afp, dpa)

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