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Afrika

Brutale Stammeskämpfe im Südsudan

Bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen verfeindeten Stämmen sind im Südsudan erneut Dutzende Menschen getötet worden. 60.000 Flüchtlinge suchen nach UN-Angaben Schutz vor der ausufernden Gewalt.

Am Mittwoch hätten 60 Kämpfer des Stammes der Murle Dörfer der verfeindeten Lou Nuer angegriffen und in Brand gesetzt, gab die Regierung des betroffenen Bundesstaates Jonglei bekannt. Bei dem Überfall seien bis zu 60 Menschen getötet worden, vor allem Frauen und Kinder. 50 Menschen seien verletzt. Außerdem hätten die in Armeeuniform gekleideten Murle-Angehörigen rund 20.000 Rinder gestohlen.

Möglicherweise war das ein Racheakt für vorangegangene Angriffe der Lou Nuer. Denn bereits am Neujahrswochenende hatten Tausende schwer bewaffnete Kämpfer des Stammes die Stadt Pibor angegriffen und Jagd auf Mitglieder der Murle gemacht. Tausende Menschen kamen ums Leben und Zehntausende flüchteten in Panik aus der Stadt.

Karte von Nord- und Südsudan (Foto: DW-Grafik)

Südsudan ist reich an Bodenschätzen

Seit der Unabhängigkeit des Südsudan im vergangenen Juli reißen die ethnischen Konflikte in dem jungen Staat nicht ab. Der Grund dafür ist der langjährige Streit um knappe Ressourcen: Rinderherden, Weidegrund und Wasserstellen. 60.000 Menschen wurden vertrieben und sind auf Nothilfe angewiesen, so die UN. Die südsudanesische Regierung erklärte die Unruheprovinz Jonglei zum Notstandsgebiet.

Deutschland stellt Hilfe bereit

Die Bundesregierung hat sofort Hilfe für den Südsudan zugesagt und zwei Millionen Euro in Aussicht gestellt. "Flüchtlinge werden mit den notwendigsten Hilfsgütern wie Decken, Küchensets und Notunterkünften versorgt", heißt es beim Auswärtigen Amt in Berlin.

Vergangene Woche hatte das Welternährungsprogramm bereits angefangen, Lebensmittel zu verteilen. Auch die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" nahm ihre Arbeit wieder auf, nachdem im Zuge der Stammesfehde zwei Krankenhäuser geplündert und völlig zerstört worden waren.

Autor: Mariya Ruettinger (afp, dapd, dpa, epd, kna)
Redaktion: Rolf Breuch

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