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Fußball

Bruderduell im ersten Halbfinale

Spanien geht am Mittwoch in Donezk als Favorit in das EM-Halbfinale gegen Portugal. Der Nachbar von der iberischen Halbinsel will den Durchmarsch des Titelverteidigers mit der Hilfe von Cristiano Ronaldo verhindern.

Im brisanten Nachbarschaftsduell zwischen Welt- und Europameister Spanien und Portugal wird an diesem Mittwoch (27.06.2012) in Donezk der erste Finalteilnehmer der EURO 2012 in Polen und der Ukraine ermittelt. Dabei steuern die Spanier einem historischen Triple entgegen: Zwei EM-Titel in Folge und ein WM-Triumph dazwischen sind bislang noch keinem Team gelungen. Die Portugiesen setzen vor allem auf die Künste ihres Superstars Cristiano Ronaldo. Und nach dem dritten Platz bei der WM 1966 und Platz zwei bei der EM 2004 im eigenen Land soll endlich der erste große internationale Titel her.

Optimismus in Portugal

Vor der Partie gegen den großen Nachbarn Spanien grassiert in Portugal das EURO-Fieber. "Portugal kann Rache üben an Spanien für die Niederlage bei der WM 2010", schrieb die Zeitung "Diario de Noticias". Und das Massenblatt "Correio da Manha" meinte nach dem 1:0 im Viertelfinale gegen Tschechien: "Auf geht's Portugal! Wir nehmen Spanien den Ball weg." Im Land herrscht Optimismus wie zuletzt bei der Heim-EM vor acht Jahren. Die endete damals allerdings mit einer bitteren 0:1-Pleite im Finale gegen Außenseiter Griechenland.

"Wir haben die EM jetzt mit der Niederlage gegen Deutschland schlecht begonnen, aber uns dann stetig verbessert. Wir müssen als Einheit auftreten, Druck aufbauen –- dann können wir es schaffen", hofft Verteidiger Joao Pereira: "Es wird schwer werden, aber wir alle sind zuversichtlich."

Spieler der spanischen Mannschaft freuen sich (Foto: dapd)

Die spanische Mannschaft auf dem Weg zum historischen Triple?

Die Tatsache, dass Spanien von 34 Duellen 16 gewann und Portugal nur sieben, dient als zusätzliche Motivation. Im letzten Spiel gegen Spanien hatte Portugal im November 2010 sogar mit 4:0 triumphiert. Den Testspiel-Erfolg bewerte aber niemand über, sagte Pereira: "Damals ging es um nichts, die Spanier waren nicht angespannt. Das wird diesmal garantiert nicht so sein." Bei der WM 2010 in Südafrika hatte Spanien auf dem Weg zum Titel die Portugiesen im Achtelfinale noch mit 1:0 bezwungen.

Portugals Hoffnungen ruhen vor allem auf Cristiano Ronaldo. "Wenn es eng wird im Spiel, kann Cristiano den Unterschied ausmachen und einen Spielzug aus dem Hut zaubern, wie es nur wenige können", glaubt Mittelfeldspieler Ricardo Costa: "Er hilft uns immens". Gegen Tschechien und die Niederlande erzielte der 27-jährige Stürmer von Real Madrid insgesamt drei Tore, viermal traf er den Pfosten. "Das wird gegen Spanien eine harte Schlacht", kündigte Ronaldo an.

Kein Spezialplan für Ronaldo

Höchsten Respekt haben die Spanier vor Portugals 94-Millionen-Euro-Mann Ronaldo. Aber eine Sonderbewachung wird es für den teuersten Fußball-Profi der Geschichte nicht geben. "Wir haben keinen speziellen Plan, wie wir Cristiano stoppen wollen", sagte Xabi Alonso, der im Viertelfinale gegen Frankreich zweimal erfolgreich war. "Wir spielen unabhängig davon unser System." Kapitän Iker Casillas warnte indes vor dem Gegner: "Portugal ist nicht nur Ronaldo. Sie haben in einigen Spielen gezeigt, wozu sie fähig sind", meinte der Torhüter, der seit 780 Minuten ohne Gegentreffer ist.

Beim 2:0 gegen die schwachen Franzosen reichte den spanischen Passkünstlern eine durchschnittliche Leistung zum Weiterkommen. Die Dominanz und Ballsicherheit entmutigte dabei zwar den Gegner, ihr Tiki-Taka-Stil langweilt aber zunehmend die Zuschauer.

Im Semifinale kommt es auch zu einer Art Familientreffen: Die Spanier Casillas, Alonso, Sergio Ramos und Àlvaro Arbeloa spielen gegen ihre portugiesischen Club-Kollegen Ronaldo, Pepe und Fàbio Coentrão vom Meister Real Madrid. "Wir kennen sie bestens, sie kennen uns auch. Das wird eine interessante Partie", sagte Nationaltrainer Vicente del Bosque.

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