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Europa

Brown muss um die Macht fürchten

Die Briten entscheiden über ihre nächste Regierung. In der spannendsten Unterhauswahl seit langem wittern die Konservativen und die Liberal-Demokraten ihre Chance. Labour-Premier Brown gilt als schwer angeschlagen.

Brown in Begleitung seiner Frau vor einem Fotografen (Foto: ap)

Bis zur letzten Minute warben Gordon Brown und seine Frau Sarah um Stimmen

Cameron fasst sich ans Kinn (Foto: ap)

David Cameron könnte Großbritanniens nächster Premierminister werden

Bei der Parlamentswahl in Großbritannien wird an diesem Donnerstag (06.05.2010) ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Parteien erwartet. Umfragen zufolge zeichnete sich der knappste Ausgang seit Jahrzehnten ab. In einer Umfrage für die Zeitung "Daily Express" kamen die konservativen Tories unter Führung von David Cameron auf 35 Prozent der Stimmen, die Labour-Partei auf 27 und die Liberaldemokraten auf 26 Prozent. Nach einer aktuellen Umfrage für den Sender ITV News und den "Independent" waren zuletzt jedoch noch knapp 40 Prozent der Wähler unentschieden.

Verlieren, und doch gewinnen?

Mehr als 44 Millionen Wahlberechtigte können bestimmen, ob Browns Labour-Partei nach 13 Jahren die Macht abgeben muss. Erste Hochrechnungen sind kurz nach Schließung der Wahllokale um 23.00 Uhr zu erwarten.

Nick Clegg in Menschenmenge (Foto: ap)

Nick Clegg wurde vor der Wahl als "Königsmacher" gehandelt

Bei der Auszählung ist die Anzahl der Sitze im Parlament entscheidend, nicht die prozentuale Verteilung der Stimmen. Das liegt am britischen Mehrheitswahlrecht. Möglicherweise erhalten die Konservativen zwar die meisten Stimmen, bleiben aber nach Sitzen hinter Labour. Allgemein wird von einem "Hung Parliament" ausgegangen, in dem keine der beiden großen Parteien über die absolute Mehrheit verfügt. In diesem Fall könnte den Liberal-Demokraten und ihrem Vorsitzenden Nick Clegg die für die Regierungsbildung entscheidende Rolle zukommen.

Die sozialdemokratische Labour Party von Premierminister Brown liebäugelt mit einem Bündnis an der Seite der Liberaldemokraten. Deren Parteichef Clegg, der aus den Fernsehdebatten als neuer Shooting-Star der britischen Politik hervorging, deutete jedoch eine Regierungsbildung mit den Konservativen an. Diese und ihr Vorsitzender Cameron hoffen indes noch auf eine eigene Mehrheit. Das künftige Unterhaus wird 650 Sitze haben, so dass für eine absolute Mehrheit mindestens 326 Mandate nötig sind.

Wichtigste Herausforderung für neue Regierung

Die nächste Regierung steht vor einer schwierigen politischen Aufgabe: Großbritannien kämpft mit einem riesigen Schuldenberg und muss harte Sparmaßnahmen in Angriff nehmen. Die Finanzkrise traf das Land hart und schickte es in eine tiefe Rezession.

Autor: Martin Schrader (dpa, rtr, afp, ap)

Redaktion: Gerd Winkelmann

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