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Politik

Brown bleibt im Amt - zumindest vorerst

Seine Minister liefen ihm zuletzt scharenweise davon und bei der Europawahl erlitt er eine historische Schlappe. Doch einen Putsch in seiner Fraktion konnte der britische Premier Gordon Brown gerade noch abwenden.

Premierminister Brown nach dem Labour-Treffen (Foto: AP)

Premierminister Brown nach dem Labour-Treffen

Brown räumte am Montagabend (08.06.2009) vor mehreren hundert Abgeordneten seiner Labour-Partei Fehler ein. Doch es sei ihm gelungen, die Parteimehrheit hinter sich zu bringen, berichteten Teilnehmer des nichtöffentlichen Parteitreffens. "Es gab eine massive Demonstration der Einheit", sagte Kulturminister Ben Bradshaw. "Brown hat die Rede seines Lebens gehalten."

Zwei Abgeordnete forderten Browns Rücktritt

Teilnehmer des Labour-Fraktionstreffens in London sprachen von einer "großartigen Unterstützung", die Brown bekommen habe. Ein Staatssekretär teilte mit, die Partei wolle, "dass der Kapitän an Bord bleibt". Zwei Abgeordnete hätten Brown bei dem Treffen zum Rücktritt aufgefordert, aber dafür keine Mehrheit erhalten.

Die Labour Party landete mit knapp über 15 Prozent bei der Europawahl nur auf dem dritten Platz, zwei Punkte hinter den EU-Gegnern der UK Independence Party. Die oppositionellen konservativen Tories wurden mit knapp 29 Prozent klar als stärkste Kraft.

Viele Rücktritte nach Spesenskandal

Journalisten warten vor Downing-Street 10 (Foto: AP)

Die Presse wartete auf den Ausgang des Treffens

Zudem liegt Browns Kabinett nach zahlreichen Rücktritten in Trümmern, und die Partei ist im Sog des Spesenskandals wie paralysiert. Am Montag hatte Umwelt-Staatssekretärin Jane Kennedy ihr Amt niedergelegt. Vor ihr hatten bereits fünf Minister und mehrere Staatssekretäre ihren Rücktritt erklärt. Ausgangspunkt der Regierungskrise ist eine Spesenaffäre, in die zahlreiche britische Politiker verstrickt sind. Dabei hatten sich Abgeordnete aller im Parlament in London vertretenen Parteien mit fragwürdigen und teils betrügerischen Abrechnungen auf Kosten der Steuerzahler bereichert.

Oppositionschef David Cameron von den konservativen Tories forderte abermals vorgezogene Parlamentswahlen: "Jetzt, wo das britische Volk das Vertrauen in Labour verloren hat, möchte ich, dass die Konservative Partei dieses Vertrauen gewinnt." (mm/wa/dpa/ap/rtr)


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