1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Brown auf Antrittsbesuch bei US-Präsident Bush

Der britische Premier Gordon Brown ist zu einem mehrtägigen Besuch in den USA eingetroffen. Mit Spannung wird erwartet, ob er sich von seinem Vorgänger Blair abgrenzt, dessen enges Verhältnis zu Bush für Kritik sorgte.

Bush empfängt Brown in Camp David, Quelle: AP

Bush empfängt Brown in Camp David

Der neue britische Premierminister Gordon Brown ist am Sonntag (30.7.07) zu seinem Antrittsbesuch in den USA von Präsident George W. Bush empfangen worden. Bush holte seinen Gast in Camp David mit einem Golfcart am Hubschrauber ab und fuhr mit ihm zu einem privaten Abendessen. Er wolle die Reise dazu nutzen, die für Großbritannien ohnehin "wichtigste bilaterale Beziehung" zu stärken, erklärte der Regierungschef kurz vor seinem Abflug in London.

Die zentralen Themen des zweitägigen Treffens sind nach Angaben des Weißen Hauses die Lage im Irak, in Afghanistan und im Nahen Osten sowie der Atomkonflikt mit dem Iran und die Krise in der westsudanesischen Region Darfur. Auch der Klimaschutz soll zur Sprache kommen.

Kein Abzugsplan

Am Steuer: George W. Bush fährt seinen Gast, Quelle: AP

Am Steuer: George W. Bush fährt seinen Gast

Einen Abzugsplan für den Irak will Brown dabei nicht vorlegen. Die Regierung habe ihre Haltung diesbezüglich nicht geändert, sagte ein Sprecher Browns am Sonntag kurz vor dessen Abreise in die USA. Es müssten jedoch ganz klar Entscheidungen bezüglich des Zeitpunktes der Machtübergabe an die Iraker getroffen werden. In den britischen Medien war zuletzt heftig darüber spekuliert worden, ob sich der neue Premier anlässlich seiner Reise von der Irak-Politik seines Vorgängers distanzieren würde. So berichtete die "Sunday Times", ein hochrangiger Mitarbeiter Browns habe in Washington die Möglichkeit eines vorzeitigen Rückzugs der Briten aus dem Irak sondiert.

Brown wies Spekulationen zurück, wonach sich die amerikanisch-britischen Beziehungen nach dem Rücktritt seines Vorgängers Tony Blair abkühlen könnten. Blair war wegen seiner Nähe zu Bush in die Kritik geraten. Entsprechend forderten die britischen Zeitungen von Brown ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber Bush.

"Freund statt Handlanger"

Trotz seiner Schmeichelei für Bush wisse Brown, welchen Schaden sein Vorgänger Tony Blair angerichtet habe, als er den "Pudel" für den US-Präsidenten gegeben habe, kommentiert die konservative "Daily Mail" am Montag. Jetzt seien aufrichtige Gespräche gefordert - die USA hätten in Blair einen gehorsamen Handlanger gefunden, doch viel dringender brauche das Land einen "furchtlos aufrichtigen Freund": "Wir hoffen, in Gordon Brown findet er ihn."

Der links orientierte "Daily Mirror" schreibt: "Gute Freunde sollten offen und ehrlich miteinander reden" und sich, wenn nötig, auch unangenehme Wahrheiten sagen. Auch wenn Brown und Bush in der Öffentlichkeit eine geschlossene Front präsentierten, "hoffen wir, dass sie privat aufrichtiger miteinander umgehen". Weiter heißt es: "Hoffentlich wird Herr Brown wenigstens im Privaten klar machen", dass es an der Zeit sei, den Truppenabzug aus dem Irak vorzubereiten.

Auch der "Daily Telegraph" forderte Brown auf, auf einen geordneten Rückzug der britischen Truppen aus dem Irak zu drängen: "Es ist keine Schande, wenn ein Politiker auf das reagiert, was die Wähler wollen."

"Beziehungen weiter verbessern"

Brown betonte nach einem Bericht des Fernsehsenders BBC auf seinem Flug nach Washington die herausragende Bedeutung der "historischen Partnerschaft" zwischen beiden Ländern. Er sei immer ein Atlantiker und großer Bewunderer des amerikanischen Unternehmergeistes gewesen, sagte Brown demnach. "Als Premierminister will ich dazu beitragen, unsere Beziehung mit den USA weiter zu verbessern." Die USA und Großbritannien wollten den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, vor allem dem globalen Terrorismus, gemeinsam begegnen.

Für den Montag planen Bush und Brown eine gemeinsame Pressekonferenz in Camp David. Am Nachmittag stehen Gespräche des britischen Premiers mit Senatoren und Abgeordneten des US-Kongresses in Washington auf dem Programm. Nach den Gesprächen mit Bush wird Brown am Mittwoch auch eine Rede vor den Vereinten Nationen in New York halten. An den Gesprächen am Montag sollen auch US-Außenministerin Condoleezza Rice und der britische Außenminister David Milliband teilnehmen. (stu)

Die Redaktion empfiehlt