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Deutscher Verein vom Heiligen Lande

Brotvermehrungskirche am See Genezareth nach Anschlag wieder eingeweiht

Vor 20 Monaten war das deutsche Benediktinerkloster Tabgha im Norden Israels vermutlich von jüdischen Extremisten attackiert worden. Das Atrium wurde nun vom Kölner Kardinal Woelki mit einer Messe wieder eröffnet.

Zahlreiche christliche Würdenträger, Spender und auch der israelische Präsident Reuven Rivlin waren gekommen. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki gab bei einer feierlichen Messe (Artikelbild) das Atrium der Brotvermehrungskirche wieder für die Gläubigen frei. In einer Zeit wachsenden Nationalismus', so Woelki in seiner Predigt, brauche es Versöhnung und ein Leben aus dem Evangelium.

Mit Dankbarkeit sehe man, dass die Schäden des Brandes nicht mehr sichtbar seien, auch wenn "sicher Verletzungen bleiben" bei jenen, die die Schäden erfahren haben, so der deutsche Erzbischof weiter. Er ist zugleich Präsident des "Vereins vom Heiligen Lande", dem Eigentümer des Benediktinerklosters Tabgha.  

Rivlin dankte in seiner Ansprache allen am Wiederaufbau Beteiligten. "Ich bin gekommen, um laut und deutlich zu sagen: Hass kann nicht gewinnen", so Rivlin wörtlich. Bei seinem letzten Besuch habe er noch vor verbrannten Wänden und "hasserfüllten Graffiti" gestanden. Sein Land stehe ein "für Religionsfreiheit, weil wir als Volk sehr gut wissen, was es bedeutet, religiöse Verfolgung zu erleiden", so der Präsident.

Israel Tabgha Wiedereröffnung Brotvermehrungskirche (picturea-alliance/dpa/C. Kern)

Nach dem Brandanschlag wurde in der Brotvermehrungskirche das Atrium wieder eröffnet

Anwesend war auch der deutsche Botschafter, Clemens von Goetze. Er dankte dem Staat Israel für Anstrengungen, die heiligen Stätten im Land zu sichern. 

Im Juni 2015 verübten mutmaßlich Täter aus der radikalen israelischen Siedlerbewegung einen Brandanschlag auf das Kloster Tabgha am See Genezareth. Es entstand ein Schaden in Millionenhöhe; zwei Personen wurden leicht verletzt. Drei jüdische Extremisten wurden inzwischen angeklagt, ein Urteil steht aber noch aus.

Die mit berühmten Bodenmosaiken ausgestattete Kirche in Tabgha gilt gläubigen Christen als der Ort, an dem Jesus Christus bei der Speisung der Fünftausend fünf Brotlaibe und zwei Fische vermehrte.

Die Renovierungsarbeiten kosteten rund 950.000 Euro. Die israelische Regierung übernahm davon 370.000 Euro, der Großteil der Kosten wurde durch Spenden finanziert.

SC/mak (KNA, afp, APE, dpa)