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Sport

Bronze für Skijägerinnen und Kombinierer

Die Biathlon-Frauen Kati Wilhelm, Simone Hauswald, Martina Beck und Andrea Henkel haben in der Staffel Bronze erobert. Bronze gab es auch für die deutschen Nordischen Kombinierer im Teamwettbewerb.

Martina Beck, Kati Wilhelm (Mitte) und Simone Hauswald feiern die Bronzemedaille (Foto: dpa)

Freude über Bronze

Staffel-Gold verpasst, aber Bronze gewonnen: Auch ohne Magdalena Neuner haben die deutschen Biathletinnen ihre Jagd nach olympischen Medaillen fortgesetzt. Kati Wilhelm, Simone Hauswald, Martina Beck und Andrea Henkel mussten sich am elften Wettkampftag in Vancouver über 4 x 6 Kilometer nur dem überlegenen Quartett aus Russland und den Französinnen geschlagen geben und freuten sich über Platz drei. Zuvor hatte es bei olympischen Staffelrennen dreimal Silber und zweimal Gold für die deutschen Frauen gegeben. Bei der Blumen-Zeremonie kullerten vor allem bei der dreimaligen Olympiasiegerin Kati Wilhelm nach ihrem letzten Olympia-Auftritt Tränen der Freude.

Die deutsche Biathletin Kati Wilhem beim Liegend-Schießen (Foto: AP)

Kati Wilhelm beendet Olympia-Karriere

Diskussionen um Neuner

"Ich freue mich für die Mädels", sagte Neuner nach dem Rennen: "Jetzt hat wenigstens jede von uns eine Medaille, und wir können richtig zusammen feiern. Russland und Frankreich waren heute nicht zu schlagen. Ich bin froh, dass es so gelaufen ist. Jetzt nimmt Olympia ein positives Ende für uns alle." DOSB-Präsident Thomas Bach war voll des Lobes: "Die Frauen haben mit fünf Medaillen ihr Soll erfüllt. Das ist ein herausragendes Ergebnis." Bundestrainer Uwe Müssiggang sprach vom "besten Schießergebnis der ganzen Saison. Sehr schade, dass wir auf der Strecke nicht mithalten können. Es ist hypothetisch, zu behaupten, dass wir mit Magdalena besser gewesen wären. Alle haben fantastisch gearbeitet und ihr Bestes gegeben."

Biathletin Magdalena Neuner (Foto: AP)

Neuner war nicht am Start

Um die Staffel-Absage des deutschen Stars Neuner hatte es im Vorfeld einige Diskussionen gegeben. Für die Wallgauerin waren die Olympischen Spiele aber nach ihrem zweiten Gold im Massenstart vorzeitig beendet. "Es gab ja schon die wildesten Gerüchte. Dass ich unter Druck gesetzt worden sei oder Schiss hätte. Das ist alles totaler Quatsch", sagte Neuner vor dem Rennen. "Wir sind halt fünf Mädels in der Mannschaft, die unheimlich stark sind. Ich habe alles erreicht, definitiv", sagte die 23-Jährige.

Russische Staffel siegte wie schon in Turin

Die russische Biathletin Olga Saizewa freut sich über Staffel-Gold (Foto: AP)

Olga Saizewa führte Russland zu Gold

Das russische Quartett mit Swetlana Slepzowa, Anna Bogdali-Titowez, Olga Medwedzewa und Schlussläuferin Olga Saizewa wiederholte damit seinen Triumph von Turin 2006 und gewann zum dritten Mal bei Olympischen Winterspielen Staffel-Gold. Die deutschen Biathlon-Frauen gewannen damit in Vancouver fünf Medaillen. Vor Staffel-Bronze hatte Teamstar Neuner zweimal Gold und einmal Silber geholt, dazu gab es Bronze für Hauswald. Eine insgesamt gute Bilanz - bei den Winterspielen vor vier Jahren in Turin hatte es sechs Medaillen, aber nur einmal Gold gegeben.

Kombinierer auf Platz drei

Deutschlands Kombinierer haben nach einer grandiosen Aufholjagd im Schneetreiben von Whistler Team-Bronze gerettet. Nach sechsmal Silber hintereinander bei Großereignissen kosteten das Quartett Patzer von Vizweltmeister Tino Edelmann beim Springen und Laufen die Goldchance. "Wir haben die erhoffte Medaille. Die Jungs sind grandios gelaufen", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch, der vor den Winterspielen noch Gold als Ziel ausgegeben hatte. Schlussläufer Björn Kircheisen, Tino Edelmann, Eric Frenzel und Johannes Rydzek hatten 19,5 Sekunden Rückstand auf Österreich mit dem nunmehr dreimaligen Olympiasieger Felix Gottwald. Die seit Olympia 2002 für Deutschland reservierte Silbermedaille holten diesmal die USA.

Edelmanns Patzer

Der deutsche Nordische Kombinierer Tino Edelmann im Flug. (Foto: AP)

Tino Edelmann hatte nicht seinen besten Tag

Kircheisen und Co. hatten schon beim Springen fast alle Chancen auf das erste Team-Olympiagold seit 1988 eingebüßt. Edelmann patzte mit einem Hüpfer auf 123 Meter schwer, die anderen drei konnten das nicht wieder gutmachen. "Wir sind nicht da, wo wir hingehören. Aber das Windglück war nicht auf der deutschen Seite", hatte Weinbuch gesagt. Auch Frenzel war "leicht ernüchtert, weil wir uns mehr ausgerechnet haben". Das deutsche Quartett ging als Sechster mit 45 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Finnland auf die 4x5-km-Laufstrecke. Hier wollte Edelmann seinen schwachen Sprung wieder gutmachen, er holte den Rückstand nach vorn zunächst auch auf. Doch dann stürzte er in einem Anstieg, die USA und Österreich enteilten. Das war die Vorentscheidung im Kampf um Gold.

Janka gewinnt Riesenslalom

Carlo Janka aus der Schweiz hat den Riesenslalom gewonnen. Der Weltmeister siegte mit 0,39 Sekunden Vorsprung vor dem Norweger Kjetil Jansrud, der nach dem ersten Lauf noch auf Platz neun gelegen hatte. Dessen Landsmann Aksel Lund Svindal holte nach Gold im Super-G diesmal Bronze. Eine hervorragende Leistung zeigte Felix Neureuther: Der Partenkirchner fuhr mit der hohen Startnummer 33 auf Rang acht.

Felix Neureuther freut sich über einen guten achten Platz im Riesenslalom (Foto: AP)

Erfolgreicher Slalom-Test für Felix Neureuther

Neureuther zeigte damit den besten Riesenslalom eines Deutschen bei einem Großereignis seit dem Olympiasieg von Markus Wasmeier 1994 in Lillehammer. Auf Sieger Janka hatte er einen Rückstand von 1,23 Sekunden, zu einer Medaille fehlten ihm nur 0,62 Sekunden. "Ich bin mit einer ganz anderen Zielsetzung an den Riesenslalom herangegangen und jetzt total glücklich mit dem achten Platz", sagte Neureuther, dessen "Traumziel" Platz 15 war: "Das ist ein riesiges Ergebnis für mich. Ich freue mich jetzt schon total auf den Slalom (27.02.2010), dass ich da so richtig Gas geben kann." Gestoppt wurde der Erfolgszug des US-Amerikaners Bode Miller. Nach drei Medaillen in Whistler, darunter Kombi-Gold, schied der 32-Jährige nach mehreren Fehlern bereits im ersten Lauf aus.

McIvor erste Ski-Cross-Siegerin

Die deutschen Damen haben bei der Olympia-Premiere im Ski Cross nur Nebenrollen gespielt. Julia Manhard, Anna Wörner und Heidi Zacher mussten bereits im Achtelfinale alle Medaillenträume begraben. 4300 Zuschauer in Cypress Mountain feierten die Goldmedaillengewinnerin Ashleigh McIvor bei ihrem triumphalen Heimsieg. Silber holte die Norwegerin Hedda Bernetsen, die bis vor zwei Jahren noch im alpinen Skizirkus unterwegs war. Bronze ging an die Französin Marion Josserand.

10.000-Meter-Gold an Südkoreaner

Nach Silber über 5000 Meter hat sich der Südkoreaner Lee Seung-Hoon den Eisschnelllauf-Olympiasieg über 10000 Meter gesichert. Der ehemalige Shorttracker verwies im Olympic Oval in Richmond den Russen Ivan Skobrew auf Platz zwei. Bronze ging an den Niederländer Bob de Jong. Der niederländische Favorit Sven Kramer wurde klar in Führung liegend wegen eines Fehlers beim Bahnwechsel disqualifiziert. Der Münchner Marco Weber landete auf Rang zehn.

Auch Curling-Frauen verpassen Halbfinale

Skip Andrea Schoepp (Foto: dpa)

Skip Andrea Schoepp rutschte vergeblich über das Eis

Nach den Männern haben auch die deutschen Curling-Frauen das Halbfinale verpasst. Das Team um Skip Andrea Schöpp verlor sein vorletztes Gruppenspiel gegen die Schweiz mit 2:4. Nach einer weiteren Niederlage - gegen Schweden gab es ein 7:8 - belegte das Team letztlich den sechsten Rang - drei Siege in neun Spielen waren zu wenig. Die Männer belegten mit vier Siegen aus neun Spielen ebenfalls den sechsten Rang.

Bobfahrerinnen noch auf Medaillenkurs

Nicht ganz so gut wie erhofft verliefen die ersten beiden Läufe für die favorisierten deutschen Bobfahrerinnen. Die Europameister Cathleen Martinin und Romy Logsch liegen zur Halbzeit des Wettbewerbs zwar auf Rang drei, doch der Abstand zur führenden Kanadierin Kaillie Humphries ist mit 0,4 Sekunden schon sehr groß. Olympiasiegerin Sandra Kiriasis erging es mit Anschieberin Christin Senkel noch schlechter. Nach schwachen Start und mehreren Fahrfehlern liegt das Duo auf Rang fünf.

Eishockeyteam im Tief

Mit der schwächsten Olympiabilanz der Geschichte haben sich die deutschen Eishockeycracks von Vancouver verabschiedet. Im entscheidenden Play-Off-Spiel um den Viertelfinaleinzug war das deutsche Team den Kanadiern hoffnungslos unterlegen und verlor mit 2:8. In vier Turnierspielen gab es vier Niederlagen und nur fünf geschossene Tore.

Südkoreanerin vor Sieg im Eiskunstlaufen

Erwartungsgemäß hat sich die südkoreanische Weltmeisterin Kim Yu-Na nach der Kurzkür an die Spitze des Feldes im Eiskunstlauf-Wettbewerb der Frauen gesetzt. Sie führt mit bereits großem Vorsprung vor der Japanerin Mo Asada und der Kanadierin Joannie Rochette. Die Deutsche Meisterin Sarah Hecken erreichte als 23. so gerade eben das Finale der besten 24.

1. USA 7 9 10

2. Deutschland 7 9 7

3. Norwegen 6 5 6

4. Kanada 6 4 1

5. Schweiz 6 0 2

Autor: Arnulf Boettcher (dpa, sid)
Redaktion: Andreas Ziemons

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