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Bücher

Brockhaus stellt sein Lexikon kostenlos ins Netz

Das Brockhaus-Lexikon hat bald vielleicht keine Leser mehr, sondern nur noch User: Als Printversion soll es künftig nur noch Spezialausgaben, wie "Brockhaus Kochkunst" oder "Brockhaus Wein" geben.

Alexander Bob, Vorstandsvorsitzender der Brockhaus AG (2004, Quelle AP)

Bald vielleicht Vergangenheit - Brockhaus als Buch

Der Brockhaus-Verlag stellt seine komplette Enzyklopädie ab Mai kostenlos ins Internet. Laut "Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" passt der Brockhaus-Verlag damit seine Geschäftsstrategie an das geänderte Mediennutzungsverhalten seiner Kunden an. Diese würden inzwischen hauptsächlich das Internet nutzen. Die neue Strategie ist eine Reaktion auf einen massiven Einbruch der Verkaufszahlen im letzten Jahr. Für 2007 wird ein Verlust von mehreren Millionen Euro erwartet. Mit der Verlagerung ins Internet und mit dem Abbau von rund 50 Stellen, will der Verlag jetzt Kosten sparen.

Neue Zielgruppe im Visier

Mit dem neuen Web-Auftritt unter www.brockhaus.de will der Verlag nicht mehr nur die bisherige Zielgruppe von Menschen unter 30, Schüler und Studenten erreichen, sondern auch bildungsorientierte Gruppen, die das Internet intensiv nutzen.

Rund 300.000 Stichwörter sollen künftig auf der Brockhaus-Seite online abrufbar sein. Darunter sollen in größerem Umfang auch tagesaktuelle und medienrelevante Themen sein, wie Kino, Lifestyle, Pop- und Rockmusik. Auch multimediale Inhalte wie Bildergalerien, Video- und Audiosequenzen, Diagramme und Karten, sollen künftig in die Seite integriert werden. Für eine spätere Version ist zudem eine mp3-Vorlese- und Download-Funktion für alle Artikel geplant.

Abgrenzung von der Online-Konkurrenz

Der größte Konkurrent des neuen Online-Brockhaus ist das ebenfalls kostenlose Internet Lexikon Wikipedia. Brockhaus wolle sich jedoch durch seinen Erfahrungsschatz, eine Qualitätssicherung und die Auswahl von relevanten Inhalten abheben.

Außerdem soll die Suchfunktion verbessert werden: Wie bei der "Brockhaus-Enzyklopädie digital" soll auch bei der kostenlosen Online-Version eine sogenannte natürlich-sprachliche Suche eingeführt werden. Begriffe können dann nicht nur durch die Eingabe des gesuchten Stichworts möglich sein, sondern beispielsweise auch durch Eingabe eines Fragesatzes.

Brockhaus-Lexikon als Printversion gefährdet

Es könne sein, dass es das traditionsreiche Lexikon in Zukunft in gedruckter Form gar nicht mehr geben werde, sagte Brockhaus-Vorstand Marion Winkelbach. Verkaufsschlager wie "Brockhaus Kochkunst" oder "Brockhaus Wein" werde es aber auch weiterhin als Printversion geben. (ha)

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