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Flugverkehr

British Airways wieder fast im Plan

Das Chaos bei British Airways ist auch am Montag nicht ganz behoben. Doch im Vergleich zu den Zuständen am Wochenende nach dem Ausfall des IT-Systems pendelt sich der Flugbetrieb langsam wieder ein.

British Airways steuert nach vielen Flugausfällen wegen einer Computerpanne am Wochenende langsam auf den Normalbetrieb zu. Am Montag sollen alle Überseeflüge vom Londoner Heimatflughafen Heathrow starten,
wie British Airways mitteilte. Jedoch fielen einige Kurzstreckenverbindungen aus.

Insgesamt müssten jedoch nur fünf Prozent der Flüge annulliert werden, sagte British-Airways-Chef Alex Cruz. Am Flughafen London-Heathrow, dem mit 76 Millionen Passagieren größten europäischen Airport, war das Chaos immer noch groß. Viele Fluggäste, die an dem Drehkreuz strandeten, hatten ihre Koffer bereits aufgegeben. Man
werde versuchen, das Gepäck wieder an die Besitzer zu liefern, doch könnte das Ganze einige Zeit dauern, erklärte die
Fluglinie. Der Betrieb am kleineren London-Airport Gatwick lief wieder normal.

Eine schwere Computerpanne hatte den Flugverkehr von British Airways am Wochenende weltweit stark beeinträchtigt. Auch in Deutschland gab es Behinderungen.

 SYMBOLBILD IT-Probleme British Airways streicht alle Flüge in London (picture alliance/PA Wire/dpa/S. Parsons)

British Airways hatte am Sonntag alle Flüge ab London gestrichen

In Heathrow und Gatwick spielten sich am Samstag nach der Streichung aller Flüge chaotische Szenen ab, tausende Passagiere waren betroffen. Noch bis zum späten Sonntagnachmittag fielen rund ein Viertel der Flüge von Heathrow aus. Das waren ungefähr 60. Andere waren verspätet. In Gatwick gab es ebenfalls weiterhin Verspätungen, allerdings keinerlei Ausfälle mehr.

Stromprobleme, keine Cyberattacke

Hinweise auf eine Cyberattacke als Ursache für die Probleme gab es nach Angaben der Fluggesellschaft nicht. British Airways ging von Problemen mit der Stromversorgung aus. Airline-Chef Alex Cruz entschuldigte sich in einer Videobotschaft am Sonntag bei den Passagieren. Kunden hätten eine "schreckliche Zeit" erlebt, sagte er. Auch in europäischen Städten wie Rom, Mailand, Málaga, Prag und Stockholm hatte es Verspätungen gegeben.

Über Twitter machten viele Passagiere ihrem Ärger Luft. Julie Adie schrieb, ihre Maschine habe eine Stunde lang auf dem Flugplatz gestanden, ohne dass den Passagieren etwas zu trinken angeboten worden sei. Andere schrieben, die App von British Airways und der Check-In funktionierten nicht. "Keiner von Ihren Mitarbeitern weiß, was zum Kuckuck los ist", schrieb der Journalist Chris Ship vom Fernsehsender ITV News bei Twitter an British Airways. "Können wir bitte ein paar Infos haben? Chaos hier." Ein anderer Nutzer kommentierte, die folgenschwere Computerpanne sei der "Traum eines Terroristen".

Hohe Kosten

An den Börsen ergriffen Anleger wegen der Panne die Flucht. Die Titel des Mutterkonzerns IAG sackten um bis zu vier Prozent ab. Zusammen mit den Tochter-Airlines Iberia, dem spanischen Billigflieger Vueling und der Aer Lingus aus Irland sind die Briten nach Passagieren der drittgrößte Flugkonzern in Europa. Nach Aussagen von Experte Stephen Furlong vom Analysehaus Davy verlöre British Airways an einem Tag, an dem überhaupt kein Flug abhebt, 30 Million Pfund Umsatz und vier Millionen Pfund Betriebsgewinn - Entschädigungen an die Gäste nicht mitgerechnet. Allein die belaufen sich für die Airline nach Berechnungen des Spezialisten Flightright bei 800 gestrichenen Flügen am Samstag und Sonntag auf gut 60 Millionen Euro.

ar/nm/hb (rtr, dpa, afp)

 

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