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Steuerbetrug

Britischem Fußball droht Steuerskandal

Haben Manager englischer Profi-Fußballvereine am Fiskus vorbei gewirtschaftet? Die britische Finanzbehörde HMRC führt wegen des Verdachts auf Steuerbetrug Razzien in West Ham und Newcastle durch.

Großbritannien Fußball, Newcastle United | Mike Ashley & Lee Charnley (picture-alliance/empics/O. Humphreys)

Newcastles Klubdirektor Lee Charnley (l.) wurde offenbar von den britischen Steuerermittlern verhaftet

Koordinierte Razzien in England und Frankreich haben am Mittwoch zu mehreren Festnahmen von Personen aus "dem professionellen Fußball" geführt. Es geht um Steuerhinterziehung und -betrug, wie die britische Steuerbehörde HMRC mitteilte. Insgesamt waren 180 Beamte im Einsatz. "Die Beamten haben eine Vielzahl von Räumlichkeiten im Nord- und Südosten von England durchsucht, mehrere Personen verhaftet und Geschäftsberichte, Handys und Computer beschlagnahmt", teilte die Behörde mit, die auf der Insel für die Steuern, den Zahlungsverkehr und Zoll zuständig ist: "Die französischen Behörden haben die Ermittlungen unterstützt und an verschiedenen Stellen ebenfalls mehrere Verhaftungen durchgeführt." Der englische Premier-League-Klub West Ham United bestätigte eine Durchsuchung der Geschäftsräume im Londoner Olympiastadion. Der Verein teilte mit, er habe "vollumfänglich kooperiert".

Razzien auch bei Necastle United

Auch in der Arena des Zweitligisten Newcastle United, der am Montag den Wiederaufstieg in die Premier League perfekt gemacht hatte, soll eine Razzia durchgeführt worden sein. Klubdirektor Lee Charnley wurde laut der englischen Zeitung "Guardian" sogar in Gewahrsam genommen. Aus Newcastle kam zunächst keine Reaktion. Laut "Guardian" klopften die Steuerfahnder aber am Vormittag an die Tore des Trainingsgeländes in einem Vorort der Stadt. Die Spieler, die vor zwei Tagen euphorisch die Rückkehr in die Premier League gefeiert hatten, seien "geschockt" gewesen, als sie im Anschluss zum Training erschienen.

"Die Ermittlungen senden das klare Zeichen, dass jeder, der Steuerbetrug begeht, mit Konsequenzen rechnen muss - egal, wo er sich aufhält", teilte die HMRC (Her Majesty's Revenue and Customs) mit, die in Großbritannien für die Steuern, den Zahlungsverkehr und Zoll zuständig ist. Britische Medien spekulierten umgehend, dass es im Kern um Betrug bei der Einkommensteuer und Sozialversicherung gehen könnte. Zwischen England und Frankreich wechseln traditionell viele Fußballprofis, speziell Newcastle bediente sich in der Vergangenheit gerne bei Vereinen aus der französischen Ligue 1. Über das Steuersystem im britischen Fußball wird seit geraumer Zeit diskutiert. Dabei geht es vor allem um den Umgang mit Einkünften aus den persönlichen Verträgen der Profis und den Rechten am eigenen Bild, die derzeit separat von den "normalen" Einkünften angegeben werden können.

jhr/asz (sid,ap)