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Großbritannien

Britische Premierministerin Theresa May sieht keinen Grund zum Rückzug

Seit dem schlechten Ergebnis bei der vorgezogenen Parlamentswahl ist sie angezählt. Manche Parteifreunde werden verdächtigt, sich schon auf die Nachfolge vorzubereiten. Doch Theresa May will als Premier weitermachen.

Die frühere, große britische Premierministerin Margaret Thatcher hat einmal, um ihre Standfestigkeit zu unterstreichen, in einer Rede den Satz geprägt: "The lady's not for turning." Die heutige britische Premierministerin, die gerne so standhaft wäre wie ihre legendäre Vorgängerin, könnte sagen: "The lady's not for resignation." Theresa May will weitermachen, nicht zurücktreten, sondern vielleicht sogar ein weiteres Mal antreten. Da man in London sagt, dass die Tories selbst ihre Frontfrau für angezählt halten, könnte das für manche Parteifreunde eine schockierende Nachricht sein.

Damit sich diese News auch aus dem fernen Japan verbreiten, wo sich May gerade zu Besuch aufhält, gab die Premierministerin nicht nur einem Sender ein Interview, sondern gleich allen drei relevanten Newskanälen: BBC, Sky News und ITV. Soll ja niemand sagen, er hätte es nicht mitbekommen.

"Wir liefern"

Die konservative Politikerin wies darin Berichte zurück, sie wolle nach dem EU-Austritt ihres Landes vorzeitig zurücktreten. Diese Meldungen entbehrten "jeder Grundlage", sagte May. Der BBC antwortete die Regierungschefin auf die Frage, ob sie die konservative Partei auch in die für 2022 geplante nächste Parlamentswahl führen wolle: "Ja. Ich bin auf lange Sicht hier."

Weiter erläuterte sie: "Meine Regierung und ich wollen nicht nur den Brexit liefern. Wir liefern eine bessere Zukunft für das Vereinigte Königreich." Sie wolle erreichen, dass Großbritannien seinen Platz in der Welt habe, dass es weltweit Handel betreiben könne und dass die Ungleichheiten im Land beseitigt würden. Großbritannien solle in der Zukunft "stärker, internationaler aber auch gerechter" sein.

Großbritannien David Davis & Boris Johnson im Unterhaus in London (picture-alliance/dpa)

Zwei, denen man Ambitionen nachsagt: die Minister David Davis (links) und Boris Johnson

May hatte, unter dem Eindruck wohlwollender Umfrage-Ergebnisse, im Juni zu einer vorgezogenen Parlamentswahl aufgerufen. Die Premierministerin hatte sich davon eine breite Rückendeckung erhofft, um gestärkt in die Brexit-Verhandlungen mit der EU zu gehen. Stattdessen verloren die konservativen Tories ihre absolute Mehrheit im Unterhaus. Beim Parteitag im September dürfte May angesichts dieser Niederlage einen schweren Stand haben. Zumal die EU klargestellt hat, dass sie Großbritannien keine Geschenke machen wird.

ml/stu (rtr, dpa, afp)