Britische Innenministerin fordert Zugang zu Whatsapp-Nachrichten | Aktuell Europa | DW | 26.03.2017
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Debatte über Überwachung neu entfacht

Britische Innenministerin fordert Zugang zu Whatsapp-Nachrichten

Der Anschlag in London hat in Großbritannien eine Debatte über die Verschlüsselung von Kurznachrichten ausgelöst. Die Innenministerin forderte Social-Media-Unternehmen auf, Sicherheitsbehörden Zugang zu gewähren.

Anlass sind Medienberichte, die nahelegen, dass der Londoner Attentäter kurz vor dem Anschlag noch den Messengerdienst Whatsapp nutzte. Die britische Innenministerin Amber Rudd (Artikelbild) forderte Whatsapp und andere Social-Media-Unternehmen wie Facebook auf, Polizei und Geheimdiensten Zugang zu verschlüsselten Nachrichten zu gewähren.

So eine Verschlüsselung mache es Terroristen viel zu leicht zu kommunizieren. "Wir müssen sicherstellen, dass Plattformen wie Whatsapp und davon gibt es eine ganze Menge, keinen geheimen Ort für Terroristen darstellen, um miteinander zu kommunizieren", sagte Rudd den Sendern BBC und Sky News. Sie kündigte an, in den nächsten Tagen auf Firmen wie Google, Twitter und Facebook mit Vorschlägen für eine Zusammenarbeit zuzugehen. Dabei solle es darum gehen, wie diese Anbieter aktiv mehr gegen Extremismus tun könnten.

Die großen Internetunternehmen weigern sich bisher, Sicherheitsdiensten Zugang zu Kundenkonten zu geben. Sie begründen dies mit Datenschutz.

Polizei hält sich bedeckt

Die Polizei wollte sich zu möglichen Whatsapp-Chats des Attentäters vom Mittwoch nicht äußern. "Es handelt sich um pure Spekulation durch die Medien", sagte ein Scotland-Yard-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der Angreifer alleine handelte. Doch weiterhin ist unklar, ob der 52-Jährige bei der Vorbereitung unterstützt wurde oder ob er möglicherweise einen Auftrag für den Terroranschlag erhielt. "Wir sind entschlossen zu verstehen, ob Khalid Masood ein Einzeltäter war, der von terroristischer Propaganda inspiriert wurde, oder ob ihn andere ermutigt, unterstützt oder angeleitet haben", hieß es in der Scotland-Yard-Mitteilung weiter.

Neue Festnahme

Am Sonntag wurde ein 30-jähriger Mann in Birmingham festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Er wird verdächtigt, eine terroristische Straftat vorbereitet zu haben. Außer ihm ist auch ein 58 Jahre alter Mann, ebenfalls aus Birmingham, noch immer in Polizeigewahrsam.

Masood hatte am Mittwoch gezielt Menschen mit einem Wagen auf der Westminster-Brücke niedergefahren, drei Menschen wurden dabei getötet. Anschließend erstach er einen unbewaffneten Polizisten vor dem Parlament, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde. 50 Menschen wurden bei dem Attentat verletzt.

qu/se (dpa, afpe, APE)