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Aktuell Europa

Britische Forscher dürfen Embryonen-Erbgut verändern

Eingriffe in das Erbgut von Embryonen sind umstritten und in vielen Staaten verboten. In London dürfen Forscher nun ein Verfahren einsetzen, um Ursachen von Unfruchtbarkeit nachzugehen.

Großbritannien hat als erstes Land erlaubt, das Erbgut menschlicher Embryonen gezielt zu verändern, um Unfruchtbarkeit und die Ursachen von Fehlgeburten zu erforschen. Die zuständige Behörde HFEA (Human Fertilisation and Embryology Authority) gab dem Londoner Francis Crick Institute grünes Licht, solche Versuche an Embryonen bis zum Alter von sieben Tagen durchzuführen. Dies gelte ausschließlich zu Forschungszwecken, veränderte Embryonen dürften keiner Frau eingesetzt werden, betonte die Behörde. Bevor das Forscherteam starten kann, muss noch eine Ethikkommission zustimmen.

Die Embryonen sollen von Paaren gespendet werden, die nach künstlicher Befruchtung nicht alle befruchteten Eizellen benötigen. Die Genehmigung bezieht sich konkret auf das Verfahren CRISPR/Cas9. Damit können Forscher wesentlich präziser als bisher Teile der DNA ausschneiden oder einsetzen.

Hoffnung auf Hilfe für unfruchtbare Paare

Mehrere britische Wissenschaftler begrüßten die Entscheidung der Behörde. Damit würden neue Einblicke in grundlegende Gen-Mechanismen gewonnen, sagte der Gynäkologe Peter Braude vom Londoner King's College. Der Biotechnologe Bruce Whitelaw vom Roslin Institute der Universität Edinburgh sagte, mit Hilfe des Projekts könnten Wege gesucht werden, unfruchtbaren Paaren zu helfen.

Manipulation der menschlichen DNA ist äußerst umstritten und in vielen Ländern verboten. Kritiker befürchten, dass sogenannte Designerbabys geschaffen werden könnten. Bislang hat kein anderer Staat eine entsprechende behördliche Erlaubnis erteilt. Ähnliche Forschungen fanden jedoch in

China

statt.

ago/uh (dpa, afpe)

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