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Politik

Britisch-Französische Militärpartnerschaft

Großbritannien und Frankreich haben eine enge Kooperation im militärischen Bereich vereinbart. Sie umfasst auch ein gemeinsames Atomwaffen-Labor. Motor für die Kooperation sind die Sparzwänge in London und Paris.

Computer-Bild des künftigen britischen Flugzeugträgers (Foto: dpa)

Computer-Bild des künftigen britischen Flugzeugträgers

Der britische Premierminister David Cameron und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy unterzeichneten am Dienstag (02.11.2010) in London zwei Abkommen, die die künftige Zusammenarbeit der Streitkräfte beider Länder regeln. Damit eröffneten Frankreich und Großbritannien ein neues Kapitel, sagte Cameron. Beide Länder seien natürliche Partner.

"Historisches Ereignis"

Nicolas Sarkozy und David Cameron (Foto: AP)

Präsident Sarkozy und Premierminister Cameron bei ihrem Treffen in London

Sarkozy nannte die beiden Abkommen ein historisches Ereignis. Beide Politiker betonten gleichzeitig, die Souveränität ihrer Staaten beim Einsatz der Streitkräfte sowie bei der atomare Abschreckung werde durch das Abkommen nicht beeinträchtigt. "Partnerschaft ja. Aber Souveränität aufgeben? Nein", betonte Cameron.

Frankreich und Großbritannien sind neben den USA die einzigen Atommächte in der NATO und haben die größten Verteidigungshaushalte der europäischen Bündnis-Staaten.

Der Zwang zu Sparmaßnahmen angesichts defizitärer Haushalte macht aber auch in London und Paris nicht halt vor den Militärausgaben. Der britische Verteidigungsminister Liam Fox erklärte in der BBC, die Abkommen ergäben "Sinn in einer Welt, in der die Mittel knapp sind, aber unsere gemeinsamen Interessen immer größer werden". Die konservativ- liberale Regierung in London will im Verteidigungsetat in den kommenden vier Jahren acht Prozent einsparen.

Gemeinsames Atom-Labor

Für die Tests zur Atomwaffensicherheit soll nach Angaben aus Paris im ostfranzösischen Valduc bei Dijon ein gemeinsames Hightech-Labor errichtet werden. Dort sollen von 2014 an die Sicherheit der Atomsprengköpfe beider Staaten geprüft werden. Außerdem wollen Frankreich und Großbritannien eine gemeinsame Truppe mit rund 5000 Soldaten aufstellen, die bei Bedarf in Nato-, EU- oder UN-Einsätze geschickt werden soll. Die gemeinsame Armee-Einheit solle über Luft- und Seeunterstützung verfügen.

Französisches Kampfflugzeug vom Typ Rafale (Archivfoto: AP)

Französisches Kampfflugzeug vom Typ Rafale

Vorgesehen ist auch eine gemeinsame Nutzung der Flugzeugträger beider Länder. Dazu sollen der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" und der britische Träger, der derzeit im Bau ist, so umgebaut werden, dass Flugzeuge des jeweils anderen Landes dort starten und landen können. Auch die Kooperation bei der Entwicklung unbemannter Flugzeuge, sogenannter Drohnen, sowie bei der Satellitenkommunikation und der U-Boot-Technologie soll ausgebaut werden.

Autor: Michael Wehling (afp, rtr, dapd)
Redaktion: Martin Schrader

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