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Nahost

Britisch-amerikanischer Kriegsgipfel geplant

Präsident Bush und Premierminister Blair wollen sich Mitte der Woche zu einer Beratung über den Irakkrieg treffen. Unterdessen rechnet Australiens Regierungschef Howard mit einer harten Schlacht um Bagdad.

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US-Soldaten schützen sich vor einem Sandsturm in der irakischen Wüste

Der britische Premierminister Tony Blair wird erstmals seit Beginn des Irak-Krieges US-Präsident George W. Bush treffen. Wie Blair am Dienstag in London sagte, werde er am Mittwoch und Donnerstag mit Bush in Camp David das weitere Vorgehen im Irak besprechen. Am Donnerstagabend werde er mit UN-Generalsekretär Kofi Annan in New York zusammentreffen und anschließend zurück nach London fliegen.

Der Krieg geht weiter

Die Kämpfe im Irak dauern nach Medienberichten unvermindert an. Am siebten Tag des Krieges kämpfen die alliierten Streitkräfte der USA und Großbritanniens an mehreren Fronten. Sie nähern sich offenbar der irakischen Hauptstadt. In der Nacht zum Dienstag (25.3.2003) und am frühen Morgen bombardierten die US-geführten Truppen laut Fernsehberichten erneut Bagdad. Außer auf Bagdad seien am Montag auch Luftangriffe auf Mosul und Kirkuk im Norden geflogen worden. Im Südirak, unter anderem in der Nähe der Städte Basra, Umm Kasr und Nasirija, stießen die Alliierten nach Agenturangaben auf zum Teil heftigen Widerstand der irakischen Armee.

"Sehr intensiv und extrem schwierig"

John Howard Premierminister in Australien

Australiens Premierminister John Howard

Beim Kampf um Bagdad, der in den kommenden Tagen bevorstehen könnte, wird es nach Einschätzung des australischen Regierungschefs John Howard schwere Gefechte zwischen irakischen Truppen und vorrückenden alliierten Verbänden geben. "Die nächste Phase der Operationen gegen die Republikanische Garde außerhalb Bagdads wird sehr intensiv und extrem schwierig", sagte Howard am Dienstag. Niemand solle die Heftigkeit der Gefechte unterschätzen. Australien ist mit 2000 Soldaten am Krieg beteiligt, 150 gehören der Elitetruppe Special Air Services (SAS) an. Die Republikanische Garde gilt als eine Elitetruppe des irakischen Machthabers Saddam Hussein.

Am Montag hatte bereits der britische Premierminister Tony Blair gesagt, das Hauptziel der alliierten Truppen bestehe darin, "so schnell wie möglich" Bagdad zu erreichen. Nach verschiedenen Angaben von Agenturkorrespondenten vor Ort sollen die Bodentruppen der USA und Großbritanniens zwischen 90 und 100 Kilometer südlich von Bagdad sein.

Gefangene in US-Uniformen vorgeführt

US-Hubschrauber abgeschossen?

Im irakischen Fernsehen wird ein angeblich abgeschossener US-Hubschrauber gezeigt

Das irakische Staatsfernsehen zeigte am Montagabend zwei Männer, bei denen es sich nach irakischen Angaben um die Piloten eines bei Kerbela abgeschossenen US-Apache-Kampfhubschraubers handeln soll. Sie trugen amerikanische Uniformen. Ein irakischer Sprecher sagte, sie würden gemäß der Genfer Konventionen für Kriegsgefangene behandelt. Als Belege dafür, dass es sich um US-Soldaten handele, wurden die Ausweise und Kreditkarten der beiden Gefangenen gezeigt.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte, dass ein Kampfhubschrauber verlorenging und zwei Soldaten vermisst würden. Derweil erklärte General Stanley McChrystal in Washington, die US-geführten Streitkräfte hätten einer Division der Republikanischen Garde des irakischen Staatschefs Saddam Hussein erhebliche Verluste zugefügt. Bei Angriffen am Sonntag (23.3.2003) sei die Medina-Division der irakischen Elitetruppe durch Kampfhubschrauber bedeutend geschwächt worden, sagte McChrystal. Eine Bestätigung der Berichte durch unabhängige Quellen gibt es bislang nicht.

Kriegskosten für die USA und Großbritannien

In Washington wurde aus Regierungskreisen bestätigt, dass US-Präsident George W. Bush den Kongress um weitere rund 63 Milliarden Dollar – gut 59 Milliarden Euro - zur Finanzierung des Irak-Krieges bitten wird. Hinzu kämen zum laufenden Haushalt noch etwa acht Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des Iraks sowie zusätzliche vier Milliarden Dollar für die innere Sicherheit in den USA - also insgesamt 75 Milliarden Dollar (70 Milliarden Euro). Damit soll der Krieg gegen den Irak für sechs Monate finanzierbar sein. Für den britischen Steuerzahler schätzte das Internationale Institut für Strategische Studien in London die kurzfristigen Kosten auf bis zu 5,67 Milliarden Dollar – das sind 5,3 Milliarden Euro.

Iraker haben US Gefangene gemacht?

Iraks Vize-Präsident Taha Yassin Ramadan auf einer Pressekonferenz am Sonntag (23.3.2003)

Die Kritik der Arabischen Liga am Krieg hat der irakische Vize-Präsident Taha Jassin Ramadan am Dienstag in Bagdad als "wertlos" bezeichnet, weil sie erst nach dem Angriff der US-geführten Streitkräfte auf den Irak erfolgt sei. Zudem reiche die in Kairo verabschiedete Resolution nicht aus: Die arabischen Länder lieferten schließlich weiterhin Öl an die Koalitionsstaaten, kritisierte Ramadan. Die Arabische Liga hatte am Montag auf einem Treffen in Kairo den Angriff auf den Irak als völkerrechtswidrig verurteilt. Die Außenminister der Mitgliedsstaaten forderten gegen die Stimme Kuwaits die britischen und US-Truppen zum sofortigen Abzug auf. Die Vereinten Nationen sollten zudem zu einer Sondersitzung zum Irak-Krieg zusammenkommen.

Wieder steigender Ölpreis

Angesichts des stockenden Kriegsverlaufs im Irak stieg der Ölpreis wieder stark an. Am Dienstag kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Liefertermin Mai bis zum Mittag auf 26,71 Dollar. Am Montagabend kostete ein Fass noch 26,09 Dollar. Nach deutlichem Preisfall in der vergangenen Woche hatte sich Rohöl bereits am Montag deutlich verteuert. (kap)

Hinweis: Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden basieren zumeist auf Informationen der Kriegsparteien und können in der Regel nicht unabhängig überprüft werden.

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