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Aktuell Welt

Briten spähen Daten-"Unmengen" aus

Nicht nur der US-Geheimdienst NSA späht weltweit Internetdaten aus. Nach Aussage des früheren IT-Technikers und Enthüllers Edward Snowden treibt es der britische Geheimdienst noch schlimmer.

Der Geheimdienst GCHQ ("Government Communications Headquarters", Artikelbild) habe es geschafft, über Glasfaserkabel zahlreiche Internetknotenpunkte anzuzapfen und dort "Unmengen von Daten" abzuschöpfen, berichtet der britische "Guardian". Diese Daten würden dann mit den US-Partnern von der NSA (National Security Agency) geteilt. Neben E-Mails, Einträgen in sozialen Netzwerken oder auch Telefongesprächen würden auch persönliche Informationen der Nutzer gespeichert und analysiert.

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Snowden packt weiter aus

Die Informationen des "Guardian" stammen von dem US-Amerikaner Edward Snowden, der erst kürzlich Details über das Spähprogramm "Prism" der NSA veröffentlicht hat. Das britische Programm laufe unter dem Namen "Tempora", ist nach dieser Darstellung noch viel umfangreicher als "Prism" und seit eineinhalb Jahren in Betrieb, heißt es.

Die US-Justiz erhebt Anklage gegen Snowden

Snowden wollte nach eigenen Worten "das größte unauffällige Überwachungsprogramm in der Geschichte der Menschheit aufdecken. "Es ist nicht nur ein US-Problem", zitiert ihn der "Guardian". Auch Großbritannien habe "einen großen Hund im Rennen". GCHQ sei schlimmer als die US-Kollegen.

Der Computerexperte hatte dem "Guardian" und der "Washington Post" Informationen über das "Prism"-Programm zugespielt, mit dem die NSA Nutzerdaten großer Internetkonzerne wie Google, Facebook oder Microsoft auswerte. Die Konzerne bestreiten jedoch einen direkten Zugriff der NSA auf ihre Server.

Die US-Justiz hat Snowden inzwischen wegen Spionage sowie Diebstahl und Weitergabe von Regierungsgeheimnissen angeklagt. Die Anklageschrift wurde vor einer Woche im Bundesstaat Virginia eingereicht und wird bis auf eine Seite unter Verschluss gehalten. Für einen Auslieferungsantrag an Hongkong, wohin Snowden sich aus Angst vor Strafverfolgung abgesetzt hatte, will sich die Anklagebehörde knapp zwei Wochen Zeit lassen, da die dortige Justiz hohe Hürden aufgestellt hat.

gmf/wa (afp, dpa, rtr)

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