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Europa

Britanniens Konservative kämpfen mit sich selbst

Lange Zeit galten die Konservativen als die "natürliche" Regierungspartei in Großbritannien. Aber seit ihrem Machtverlust ist die Partei gespalten und politisch blass. Es herrscht Krisenstimmung.

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Parteichef Michael Howard muss sich was einfallen lassen

Die Konservativen regierten im 20. Jahrhundert zu mehr als zwei Drittel der Zeit; die letzte lange Phase konservativer Dominanz unter Margaret Thatcher und John Major dauerte von 1979 bis 1997. Die Krise, die der Partei dann eine verheerende Wahlniederlage und den Verlust der Macht einbrachte, scheint auch unter der Ägide von Parteiführer Michael Howard nicht überwunden zu sein.

Abgrenzung nicht geschafft

Zum ersten fällt es den Konservativen schwer, sich gegenüber der regierenden Labour Party zu profilieren. In der Domäne der Tories, der Wirtschaftspolitik, hat Labour weitgehend den marktliberalen Kurs ihrer Vorgängerregierungen erfolgreich fortgeführt, jedoch mit sozialdemokratischem Anstrich: Der Staat hat unter Tony Blair eine aktive Rolle eingenommen und möglichst vielen Bürgern den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht, etwa durch verstärkte Ausgaben im Bildungs- und Fortbildungsbereich. Die Konservativen möchten den Staat gerne noch stärker aus diesen Politikfeldern zurückdrängen. In der Öffentlichkeit wird dies mehrheitlich mit Skepsis aufgenommen.

In der Europapolitik fällt es der Partei weiterhin schwer, ihre tiefe Zerstrittenheit hinter sich zu lassen. Die Parteiführung hat sich zwar seit einigen Jahren auf einen europaskeptischen Kurs festgelegt. Eine starke Minderheit in der Partei hält diese Richtung jedoch für falsch. Zudem bemühen sich die Konservativen um einen moderaten Euroskeptizismus - diese Position wird in der Öffentlichkeit von immer radikaleren Europagegnern unterminiert.

Zu viele Splittergruppen

Zum zweiten sind die Konservativen seit den frühen 1990ern gespalten in eine Vielzahl von Gruppen. Alle haben ihre eigenen Führungskader, ihre eigenen Publikationen und Treffen sowie ihre spezifischen Positionen zu Fragen der Wirtschafts-, Sozial- oder Europapolitik. Auch wenn dieses Phänomen in anderen britischen Parteien nicht unbekannt ist, besitzt es doch bei den Konservativen eine andere Brisanz . Der Parteiführer und sein Schattenkabinett besitzen derzeit nur eine sehr bedingte Loyalität in der Gesamtpartei.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Schwierigkeiten die Conservative Party im Wahlkampf hat und welche Hoffnungen sie sich macht.

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