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Nahost

Brisanter Bericht über Teherans Atomprogramm

Der Iran verfügt angeblich über genügend Informationen für die Entwicklung und den Bau einer Atombombe. Das geht aus einer von der "New York Times" zitierten Analyse der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA hervor.

Symbolbild Iran und Atomkraft (Quelle: DW)

Der brisante Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde trägt laut "New York Times" den Titel "Mögliche militärische Dimensionen des iranischen Nuklearprogramms".

Für die vertrauliche Analyse seien eine Reihe von Atomwaffenexperten innerhalb und außerhalb der IAEA herangezogen worden, heißt es. Auch Erkenntnisse von Geheimdiensten seien in den Bericht eingeflossen. Darin sei von einem komplexen Programm unter Leitung des iranischen Verteidigungsministeriums die Rede. Ziel sei die Entwicklung einer atomaren Sprengladung für sogenannte "Shahab-3"-Raketen, die Ziele im Nahen Osten und auch in Teilen Europas treffen könnten.

ElBaradei hat Zweifel

Mohamed ElBaradei am Flughafen Teheran (Foto: AP)

Zu Gesprächen in Teheran: IAEA-Chef ElBaradei

In den vergangenen Monaten habe es einen Disput darüber gegeben, ob die Analyse veröffentlicht werden sollte, berichtet die amerikanische Zeitung weiter. Auf entsprechende Forderungen ausländischer Regierungen hin habe IAEA-Chef Mohammed ElBaradei Zweifel an der Vollständigkeit und Verlässlichkeit des Berichts angemeldet. ElBaradei hatte sich im Konflikt um das iranische Atomprogramm mehrfach gegen eine Konfrontationsstrategie ausgesprochen, da er sie als kontraproduktiv ansieht.

Der Iran beteuert, dass seine Wissenschaftler niemals die Herstellung atomarer Sprengköpfe erforscht haben. Jedes gegenteilige Dokument entspreche nicht der Wahrheit und sei betrügerisch, heißt es aus Teheran. Das Misstrauen des Westens wurde zuletzt allerdings sogar noch geschürt. Vor wenigen Tagen hatte der Iran eingeräumt, dass er bei Ghom - rund 130 Kilometer südlich von Teheran - eine zweite Anlage zur Uran-Anreicherung baut.

Positive Signale

Said Dschalili (Foto: AP)

Irans Unterhändler Dschalili machte Zugeständnisse

Bei Verhandlungen in Genf zwischen iranischen Unterhändlern und Vertretern der fünf UN-Vetomächte plus Deutschlands gab es am vergangenen Donnerstag jedoch auch positive Signale: So erklärte sich der Iran bereit, internationalen Inspektoren den Zutritt zu der bisher geheim gehaltenen Atomanlage zu gewähren.

Die Kontrolle dort soll bereits am 25. Oktober stattfinden, wie ElBaradei und der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, nach einem Treffen in Teheran mitteilten. Zuvor war ElBaradei in der iranischen Hauptstadt bereits mit Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad zusammengekommen.

Autor: Christian Walz
Redaktion: Stephan Stickelmann

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