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Aktuell Asien

Bringt die Parlamentswahl den Machtwechsel?

Erstmals nach 56 Jahren könnte in Malaysia ein Regierungswechsel stattfinden. Umfragen zeigen einen dünnen Vorsprung für die Opposition, die im Wahlkampf auf Parolen gegen Rassismus und Korruption gesetzt hat.

Malaysias Premier Najib Razak zusammen mit Anhängern bei einer Wahlveranstaltung (Foto: Getty Images)

Wahlen Malaysia 2013

Die Parlamentswahl an diesem Sonntag ist das engste Rennen seit der Unabhängigkeit des südostasiatischen Landes von Großbritannien 1957. Die regierende "Nationale Front" von Premierminister Najib Razak (Artikelbild) könnte nach jüngsten Umfragen erstmals ihre Mehrheit verlieren.

Oppositionsführer Anwar Ibrahim hatte mit seiner "Volksallianz" bereits bei den Wahlen vor fünf Jahren deutlich zugelegt. Damals verlor die Regierungskoalition ihre Zweidrittelmehrheit. Ihr werden Korruption, Vetternwirtschaft und ein autoritärer Regierungsstil vorgeworfen. Bei einem Wahlsieg verspricht die Regierung unter anderem Wirtschaftsreformen sowie ein friedliches Zusammenleben der zahlreichen Minderheiten.

Manipulationen befürchtet

Oppositionsführer Anwar Ibrahim spricht während eines Wahlkampfauftritts in Kuala Lumpur (Foto: Reuters)

Oppositionsführer Anwar Ibrahim

Bürgerinitiativen warnten vor Wahlmanipulationen. So gibt es unter anderem Beschwerden über Unregelmäßigkeiten auf den Wählerlisten. Mehr als 13 Millionen Wahlberechtigte sind zur Abstimmung aufgerufen, darunter rund drei Millionen Erstwähler. Sie entscheiden über 222 Sitze im Nationalparlament und 505 Sitze in Regionalparlamenten.

Malaysia ist der Fläche nach fast so groß wie Deutschland und hat rund 29 Millionen Einwohner. In dem Vielvölkerstaat leben rund 60 Prozent Malaien, die fast alle muslimischen Glaubens sind. Knapp 25 Prozent sind chinesischer und acht Prozent indischer Herkunft. Die größten religiösen Minderheiten sind Buddhisten (19 Prozent), Christen (neun Prozent) und Hindus (sechs Prozent).

Benachteiligung von Minderheiten

Einer der Kernpunkte der Regierungspolitik ist seit Jahrzehnten die Bevorzugung der Malaien. Diesem System waren 1969 blutige Unruhen vorausgegangen, da sich die Malaien gegenüber den wirtschaftlich erfolgreichen Chinesen benachteiligt gefühlt hatten. Langfristig führte dies zu einer Benachteiligung der chinesischen und indischen Minderheiten.

Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von etwa 8.000 US-Dollar pro Jahr zählt Malaysia zu den Schwellenländern. Exportiert werden unter anderem Elektro- und Elektronik-Artikel, neben Erdgas. Das Wirtschaftswachstum dürfte 2013 die 5,6 Prozent vom vergangenen Jahr übertreffen

GD/kle (dpa, afp, epd)

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