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Top-Thema – Podcast

Briefkastenfirmen und Panama Papers

Politiker, Sportler und andere bekannte Personen – sie alle hatten laut Informationen vom Frühjahr 2016 Firmen im Ausland: oft ohne Büro, nur mit einem Briefkasten. Das ist zwar legal, aber sehr verdächtig.

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Briefkastenfirmen und Panama Papers – das Top-Thema als MP3

Viele Politiker wie der ukrainische Präsident Petro Poroschenko oder der isländische Premierminister Sigmundur Gunnlaugsson, aber auch Sportler wie der Fußballer Lionel Messi besitzen sogenannte Briefkastenfirmen oder haben sie besessen. Das sagen die „Panama Papers“. Diese Daten aus einer Kanzlei in Panama-City geben Einblick in insgesamt 214.000 solcher Briefkastenfirmen. Nun prüfen die Steuerfahnder, ob dadurch Steuern hinterzogen wurden.

Eine Briefkastenfirma besteht tatsächlich oft nur aus einem Briefkasten. Sie wird mit einer ausländischen Adresse gegründet, oft um Steuern zu sparen. Die Steuern, die man im Land des Briefkastens zahlen muss, sind nämlich meist niedriger als im eigenen Land. Eine Briefkastenfirma zu besitzen, ist aber noch nicht illegal.

Geld, das die Firma verdient, muss in dem Land versteuert werden, in dem der Firmenbesitzer wohnt. Wenn das nicht passiert, ist das Steuerhinterziehung. Dadurch verlieren viele Staaten hohe Einnahmen. Auch können die Besitzer der Briefkastenfirmen besser verschleiern, wem das Geld gehört und wohin es geschickt wird. Das ermöglicht, illegal erworbenes Geld zu waschen und zu vermehren.

In den „Panama Papers“ stehen viele Namen von Banken, auch von deutschen, die das Geld der Briefkastenfirmen annahmen und wahrscheinlich nicht nach der genauen Herkunft des Geldes fragten. Der Steuerexperte und Europa-Abgeordnete Sven Giegold fordert: Alle Banken sollen den jeweiligen Finanzämtern melden, wenn sie Geschäfte mit Personen eines Landes machen. Zwischen den USA und den Schweizer Banken gibt es so eine Absprache schon.


Glossar

legal – erlaubt; nicht gegen das Gesetz (↔illegal)

verdächtig – so, dass man das Gefühl hat, etwas sei schlecht oder gefährlich

sogenannt – hier: so wie etwas genannt wird

Daten (nur Plural) – hier: die Informationen

Kanzlei, -en (f.) – hier: das Büro eines Anwalts

Einblick in etwas geben – etwas zeigen; hier: etwas öffentlich machen

Steuerfahnder, -/Steuerfahnderin, -nen (m.) – jemand, der prüft, ob die Menschen ihre Steuern zahlen

Steuern hinterziehen – Geld vor den Behörden verstecken und keine Steuern dafür zahlt (Substantiv: die Steuerhinterziehung)

etwas versteuern – dem Staat für etwas Steuern geben

Firmenbesitzer, - (m.) – jemand, dem eine Firma gehört

Einnahme, -n (f.) – das Geld, das man für etwas bekommt

etwas verschleiern – verhindern, dass etwas allgemein bekannt wird

etwas ermöglichen – etwas möglich machen

Geld waschen – illegal verdientes Geld in die legale Wirtschaft bringen

etwas vermehren – die Menge von etwas (z. B. Geld) größer machen

Herkunft (f., nur Singular) – der Ort, wo etwas herkommt; der Ort, woher etwas stammt

Abgeordnete, -n (m./f.) – ein Mitglied des Parlaments

Finanzamt, -ämter (n.) – die Behörde, die z. B. für die Steuereinnahmen zuständig ist

Absprache, -n (f.) – die Vereinbarung; der gemeinsame Beschluss


Fragen zum Text

1. Was stimmt nicht? Briefkastenfirmen …
a) sind illegal.
b) vereinfachen illegale Geschäfte.
c) verstecken illegales Geld.

2. Was machen viele Banken falsch?
a) Sie handeln viel mehr mit den USA und der Schweiz als mit anderen Ländern.
b) Sie untersuchen nicht, woher das Geld ihrer Kunden kommt.
c) Sie arbeiten viel im Ausland, um Steuern zu sparen.

3. Was stimmt nicht? Viele Menschen gründe Briefkastenfirmen, weil …
a) sie Geld sparen wollen.
b) sie ihr Geld nicht zur Bank bringen wollen.
c) sie in ihrem eigenen Land keine Steuern zahlen wollen.

4. „Briefkastenfirmen werden von reichen Menschen gegründet.“ Setze den Satz ins Aktiv.
a) Reiche Menschen sollen Briefkastenfirmen gründen.
b) Reiche Menschen werden Briefkastenfirmen gründen.
c) Reiche Menschen gründen Briefkastenfirmen.

5. „Steuern, die man zahlen muss, sind im Ausland oft niedriger.“ Setzt den Nebensatz ins Passiv. Steuern, …, sind im Ausland oft niedriger.
a) die gezahlt werden müssen
b) die von man gezahlt werden müssen
c) die müssen gezahlt werden


Arbeitsauftrag
Steuerhinterzieher schaden mit ihrem Verhalten ihren Mitbürgern. Trotzdem ist Steuerhinterziehung weit verbreitet. Was könnte man tun, um dagegen vorzugehen? Diskutiert im Kurs.

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