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USA / Iran

Brief an Trump: Wissenschaftler warnen vor Ende des Atomdeals

Der designierte US-Präsident Trump hält das Atomabkommen mit dem Iran für "schrecklich für die Welt" und will es beenden. Wissenschaftler raten dringend ab.

Insgesamt 37 Wissenschaftler haben den offenen Brief an Donald Trump unterzeichnet, bevor das Schreiben in der New York Times erschien. Die Forscher sprechen sich deutlich für das Nuklearabkommen mit dem Iran aus, das unter US-Präsident Obama ausgehandelt und unterzeichnet worden war. Sie warnen davor, die strategischen Vorteile zu verspielen, die sich durch den Deal ergeben. Trump hatte immer wieder angekündigt, dass Abkommen mit Teheran kippen zu wollen. Es sei schrecklich für die USA und der "schlechteste Deal, der je ausgehandelt wurde."

Die Wissenschaftler bezeichnen das Abkommen hingegen als "starkes Bollwerk gegen ein iranisches Nuklearwaffen-Programm". Die Vereinbarung mit dem Iran nehme dem zukünftigen Präsidenten keine Optionen, sondern mache es ihm möglich, rechtzeitig zu reagieren, sollte der Iran doch eine Atombombe bauen wollen. An den Verhandlungen waren neben den USA auch Deutschland und die übrigen UN-Vetomächte Russland, China, Frankreich und Großbritannien maßgeblich beteiligt.

Ausländische Firmen kehren in Iran zurück

Die Vereinbarung verpflichtet den Iran, seine Nukleartechnik und die Anreicherung radioaktiven Materials so stark zu reduzieren, dass der Bau einer Atombombe ausgeschlossen werden kann. Im Gegenzug werden die bestehenden Wirtschaftssanktionen gegen das Land schrittweise abgebaut. So konnte Iran erstmals wieder Öl- und Gasprojekte an ausländische Firmen vergeben, deren Rückkehr durch das Aufheben der Sanktionen möglich geworden ist. 29 Energiekonzerne, darunter Gazprom aus Russland und Total aus Frankreich haben sich für die Erschließung iranischer Öl- und Gasfelder beworben.

Trump hatte im Wahlkampf Stimmung gegen das Abkommen gemacht. Es verschaffe dem Iran finanziellen Spielraum - Geld, das sicherlich in den Terrorismus fließen würde. 

jv/sti (dpa, nytimes.com)

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