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Wirtschaft

Brexit: US-Bank streicht Jobs in London

Erst am Ende dieses Monats beginnen die Briten, ihren Brexit-Beschluss umzusetzen. Und dann wird es noch lange dauern, bis der EU-Austritt vollzogen ist. Doch schon sorgt eine Großbank vor und baut Jobs in London ab.

Die führende US-Investmentbank Goldman Sachs beginnt als Reaktion auf den geplanten EU-Austritt Großbritanniens mit dem Abzug von Arbeitsplätzen aus der Finanzmetropole London. Es gehe zunächst um Hunderte Stellen, sagte Europa-Chef Richard Gnodde am Dienstag dem US-Sender CNBC. Man starte nun die Umsetzung der Pläne für den Ernstfall.

Von dem Rückzug dürften andere europäische Finanzzentren wie Paris oder Frankfurt profitieren. In den nächsten 18 Monaten wolle die Bank ihre Präsenz dort durch Verlagerungen von Mitarbeitern und Neuanstellungen ausbauen, so Gnodde. Er betonte jedoch: "Was auch immer am Ende dabei rauskommt, London bleibt für uns ein wichtiges regionales und globales Drehkreuz."

Keine Überraschung

Obwohl Goldman Sachs noch vor dem offiziellen EU-Austrittsantrag der britischen Regierung aktiv wird, kommt der Schritt nicht überraschend. So hatte etwa das "Handelsblatt" bereits im Januar unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, dass das US-Institut plane, seine Mitarbeiterzahl in London auf etwa 3000 Stellen zu halbieren.

Goldman Sachs beschäftigt derzeit rund 6000 Mitarbeiter in Großbritannien. Bis zu 1000 Angestellte könnten demzufolge nach Frankfurt abwandern, wo auch die Europäische Zentralbank (EZB) sitzt.

Die britische Regierung will den Austritt aus der Europäischen Union am 29. März beantragen. Damit beginnt eine auf zwei Jahre festgesetzte Frist für die Gespräche. Bis dahin ist London weiter EU-Mitglied. Aufgrund der mit dem angestrebten Brexit verbundenen Unsicherheiten hatten auch andere Banken bereits angekündigt, Jobs aus Großbritannien abzuziehen.

dk/tko (dpa, afp)