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Wirtschaft

Brexit schockt Europas Börsen weiter

Der Brexit-Schock sitzt tief an der Börse. Verunsicherte Anleger schickten den deutschen Aktienmarkt am Montag weiter auf Talfahrt. Der Dax fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit dem 25. Februar.

Die Unsicherheiten durch den angestrebten EU-Austritt der Briten bescheren Anlegern weiter kräftige Verluste. Der Deutsche Aktienindex verlor am Montag gut drei Prozent an Wert; an der Londoner Börse brachen die Aktienkurse von Banken, Fluggesellschaften und Immobilienkonzernen geradezu ein - der Leitindex dort schloss mit 2,55 Prozent im Minus. Die britische Währung erreichte neue Tiefstände.

Investoren schreckten vor den Risiken eines Austritts Großbritanniens aus der EU zurück, sagten Händler und Marktanalysten. Dagegen rückte der überraschend klare Wahlerfolg der konservativen Volkspartei (PP) in Spanien in den Hintergrund, zumal er eine Regierungsbildung dennoch nicht einfacher machen wird. Die Spanier hatten am Sonntag zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten ein neues Parlament gewählt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen brach am Montag um weitere 4,58 Prozent auf 18.920,99 Punkte ein. Der Technologiewerte-Index TecDax sackte um 4,15 Prozent auf 1520,88 Punkte ab.

Ausverkauf bei Banken und Airlines

Großbritanniens Finanzminister George Osborne versuchte vor Handelsbeginn zwar die Märkte zu beruhigen. Doch nach dem schwarzen Freitag begann auch die neue Handelswoche mit Verlusten. An der Börse in London stießen Anleger vor allem Aktien von Banken, Airlines und Immobilienkonzernen ab, weil sie nach dem Brexit-Votum für diese Branchen Risiken sehen. So rauschte der Aktienkurs der Royal Bank of Scotland zeitweise mehr als 15 Prozent ins Minus; die Papiere der Großbank Barclays verloren zwischenzeitlich gut zehn Prozent an Wert. Der Aktienkurs von Easyjet brach ein.

Die Billig-Airline hatte vor Handelsbeginn vor sinkenden Gewinnen durch den Brexit warnen müssen. Nach dem Referendum werde der Sommer nun vermutlich von "zusätzlichen Unsicherheiten für die Wirtschaft und die Verbraucher" geprägt sein, erklärte Easyjet. Der Umsatz pro Sitzplatz - eine wichtige Kennziffer für die Effizienz von Airlines - werde bis zum Ende des Geschäftsjahres Ende September um "mindestens" fünf Prozent sinken.

Der Mutterkonzern von British Airways, die britisch-spanische International Airlines Group (IAG), hatte bereits am Freitag ihren Geschäftsausblick nach unten korrigiert. Die IAG-Aktie büßte am Montag zeitweise 13 Prozent ein.

Börsen in Fernost erholen sich wieder

Während die Börse in London mit 2,55 Prozent im Minus schloss, waren die Verluste andernorts noch größer: Der Dax notierte zum Handelsschluss mit 3,02 Prozent im Minus, die Börse in Paris sackte um 2,97 Prozent ab. Die Börse in Mailand schloss mit einem Minus von 3,94 Prozent, nachdem dort die Aktienkurse mehrerer Banken mehr als zehn Prozent ihres Wertes verloren hatten. Auch an der Wall Street bescherten die Unsicherheiten über den Brexit den Aktienkursen der großen Banken weiter Verluste.

Viele Börsen in Japan und China verbuchten dagegen Gewinne. Der japanische Leitindex Nikkei beendete den Handel mit einem Plus von 2,39 Prozent. In Shanghai stiegen die Kurse um 1,45 Prozent, in Shenzhen um 2,43 Prozent. In Hongkong gaben die Kurse mit einem Minus von 0,16 Prozent minimal nach.

Die britische Währung erreichte neue Tiefstände: Gegenüber dem Dollar rutschte das Pfund am Montag auf den niedrigsten Wert seit September 1985. Gegenüber dem Euro fiel die britische Währung auf den tiefsten Stand seit April 2014. Auch der Wert des Euro sank.

wen/uh (afp, rtrd, dpa)