Brexit-Befürworter gehen in Führung | Aktuell Europa | DW | 27.02.2016
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Aktuell Europa

Brexit-Befürworter gehen in Führung

Meinungsumschwung in Großbritannien: Eine knappe Mehrheit der Briten befürwortet inzwischen einen Austritt aus der EU. Boris Johnson, der prominenteste Brexit-Befürworter, wirbt unterdessen weiter für seine Sache.

Eine Brexit-Befürworterin bei einem Treffen von EU-Gegnern in London (Foto: Getty)

Eine Brexit-Befürworterin bei einem Treffen von EU-Gegnern in London

Knapp vier Monate vor dem Referendum über Großbritanniens EU-Zukunft geht das Lager der Brexit-Befürworter einer Umfrage zufolge in Führung. Einen Ausstieg aus der Europäischen Union befürworten inzwischen 52 Prozent der Briten, wie aus einer Befragung des Instituts ORB für die Zeitung "The Independent" hervorgeht. Einen Monat zuvor waren es demnach noch 48 Prozent. Umgekehrt sagten in der jüngsten Umfrage nur noch 48 Prozent, Großbritannien solle in der EU bleiben, während es einen Monat zuvor noch 52 Prozent waren. Im vergangenen Monat habe es einen Meinungsumschwung zugunsten des Brexit gegeben, resümierte ORB.

Premierminister David Cameron vor seinem Amtssitz in der Downing Street (Foto: Getty)

Premierminister David Cameron vor seinem Amtssitz in der Downing Street

Zwischen den beiden Befragungen hat der britische Premierminister Cameron bei seiner Kampagne für eine weitere EU-Mitgliedschaft Gegenwind bekommen. Mit dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson schlug sich ein Parteifreund des Konservativen auf die Seite der Brexit-Befürworter. Allerdings erklärten 60 Prozent der Befragten, Johnsons Schritt habe ein eigenes Votum für den Ausstieg aus der Gemeinschaft nicht wahrscheinlicher gemacht. Die Hälfte erklärte, die Wirtschaft sei für ihre Entscheidung wichtiger als das Thema Einwanderung.

"Kontrolle über unser Schicksal"

Londons Bürgermeister Boris Johnson (Foto: Getty)

Londons Bürgermeister Boris Johnson

Der charismatische Johnson warb unterdessen in zwei Zeitungsinterviews für den EU-Ausstieg. Großbritannien habe "die Kontrolle über unser Schicksal abgegeben". Die Reformen, die David Cameron auf dem vergangenen EU-Gipfel erzwungen hatte, würden nicht dazu führen, dass die Zahl der Einwanderer aus anderen EU-Staaten zurückgehen werde, sagte Johnson. Cameron hatte neben einem Mitspracherecht bei für London relevanten Entscheidungen der Eurozone auch die Möglichkeit durchgesetzt, neu zugezogenen EU-Ausländern bis zu vier Jahre lang Sozialleistungen zu verwehren. Die Briten stimmen am 23. Juni über ihre EU-Mitgliedschaft ab.

stu/wa (afp, rtr)

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