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Aktuell Deutschland

Brennende Barrikaden in Hamburg

Ein breites Bündnis demonstrierte in Hamburg friedlich gegen einen Neonazi-Aufmarsch. Dann schlugen Aktionen der links-autonomen Szene in Gewalt und Chaos um. Der Stadtteil Wandsbek gleicht einem Katastrophengebiet.

Polizist geht am Rande brennender Barrikaden (foto:dapd)

Demonstration gegen Aufmarsch von Rechtsextremen in Hamburg

Polizei und Augenzeugen ziehen eine verheerende Bilanz: Durch die schweren Ausschreitungen rund um eine Demonstration von Rechtsextremen in Hamburg seien Teile des Stadtbezirks Wandsbek "verwüstet" worden. Gegner des Neonazi-Aufmarschs aus der links-autonomen Szene errichteten Barrikaden, um die Marschroute zu blockieren. Dann zündeten sie die aus Müll oder Tonnen bestehenden Barrikaden an. Die Polizei rückte mit Wasserwerfern an, um die Brände zu löschen und die Aktivisten zu vertreiben. 38 Beamte wurden verletzt, ein Polizeiwagen ging in Flammen auf. Anwohner sprachen von einem Bild wie "in einem Katastrophengebiet".

Zuvor hatten Teilnehmer einer ursprünglich angemeldeten Gegendemonstration in Wandsbek Polizisten mit Steinen und Böllern beworfen. Acht Beamte wurden verletzt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Täter ordnete sie dem linksradikalen Milieu zu. 17 Demonstranten wurden festgenommen, 63 kamen in Gewahrsam. Es wurden Verfahren wegen schweren Landfriedensbruchs eingeleitet.

Hamburger wehren sich mit Demonstration gegen Aufmarsch von Rechtsextremen (foto:dapd)

Hamburger wehren sich gegen Aufmarsch von Rechtsextremen

Polizei geht gegen Sitzblockaden vor

Im Zentrum der Hansestadt hatten aber auch rund 10.000 Menschen friedlich gegen die Versammlung der Rechtsextremen protestiert. "Hamburg bekennt Farbe" lautete das Motto eines breiten gesellschafltichen und poltischen Bündnisses bei der großen Kundgebung vor dem Rathaus. Es gab ein buntes Bühnenspektakel, der Erste Bürgermeister Olaf Scholz von der SPD hielt eine Rede: Hamburg als Hafenmetropole sei immer eine "Ankunftstadt" gewesen, ihre Vielfalt sei ein "Schatz", der "gegen Intoleranz und Rassismus" verteidigt werden müsse, sagte das Stadtoberhaupt.

Ebenfalls friedlich versuchten Menschen mit Sitzblockaden den Aufmarsch der Neofaschisten zu verhindern. Laut Augenzeugen wurden Blockierer von der Polizei mit körperlicher Gewalt und Wasserwerfern von der Straße entfernt. Eine Polizeisprecherin bestätigte Festnahmen. Der Demonstrationszug der Rechtsextremen konnte erst mit dreistündiger Verspätung starten.

SC/haz (dapd,epd,dpa)