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Fußball

Bremen vor dem Gruppensieg, Hertha gewinnt

Mit einer guten Leistung hat sich Werder Bremen gegen Funchal durchgesetzt. Durch das 4:1 (2:0) festigte Werder Gruppenplatz eins. Auch der HSV ist eine Runde weiter. Hertha darf nach dem Sieg in Ventspils hoffen.

Markus Rosenberg trifft zum 2:0 (Foto: dpa)

Rosenberg trifft zum 2:0

Qualifiziert für das Sechzehntelfinale war Werder Bremen schon vor dem fünften Gruppenspiel gegen Nacional Funchal aus Portugal. Daher verzichtete Bremens Trainer Thomas Schaaf auf mehrere Leistungsträger, um ihnen vor dem Endspurt in der Bundesliga-Vorrunde eine Pause zu gönnen. Die Nationalspieler Mesut Özil und Marko Marin, der Brasilianer Naldo, der Portugiese Hugo Almeida sowie U-21-Europameister Sebastian Boenisch nahmen zunächst nur auf der Reservebank Platz. Außerdem wechselte Schaaf im Tor: Für den grippekranken Tim Wiese hütete Drittliga-Torwart Sebastian Mielitz das Bremer Gehäuse.

Jubel Bremer Spieler (Foto: dpa)

Jensen, Mertesacker und Frings (v.l.nr.) freuen sich mit dem Torschützen Rosenberg (2.v.r.)

Auch ohne diese Stammkräfte kontrollierte Bremen von Anfang an das Spiel, allerdings ließ der erste zählbare Erfolg ein wenig auf sich warten. Trotz der Bremer Überlegenheit fiel erst nach 31 Minuten der Führungstreffer. Der Bolivianer Marcelo Moreno traf den Pfosten, Markus Rosenberg staubte mit dem Kopf ab. Drei Minuten später war der Schwede erneut aus kurzer Distanz erfolgreich und erhöhte auf 2:0.

Kurze Verunsicherung

Daniel Jensen wird gefoult (Foto: dpa)

Nach dem Wechsel geriet Bremen leicht ins Straucheln

Nach rund einer Stunde ließ Bremen die Zügel etwas schleifen und wurde postwendend mit dem 1:2-Anschlusstreffer durch Ruben Micael bestraft (61.), der einen Freistoß direkt verwandelte. Auch danach mussten die Bremer ein paar Mal zittern, weil Funchal mehr Druck entwickelte und zu Chancen kam. Nachdem der Sturm folgenlos vorübergezogen war, sorgten Marcelo Moreno (84.) und Marko Marin (90.+1) für den Endstand. Werder ist damit seit nunmehr 22 Pflichtspielen ungeschlagen.

"Es war wichtig, einigen Spielern Spielpraxis zu verschaffen, die nicht so oft zum Einsatz kommen", sagte ein zufriedener Thomas Schaaf. "Die Mannschaft war engagiert, sie wollte sich beweisen." Auch Nationalspieler Per Mertesacker äußerte sich positiv: "Es gab zwar einige Umstellungen, aber wir haben unsere Sache gut gemacht. Am Ende haben wir unsere Routine ausgespielt."

Bremen bleibt mit dem Erfolg auf dem ersten Tabellenplatz der Gruppe L, der Gruppensieg ist aber noch nicht klar. Im zweiten Spiel unterlag Austria Wien Athletic Bilbao mit 0:3 (0:1). Nach dem 0:2 (64.) stürmten Wiener Fans den Platz und sorgten für eine 25-minütige Unterbrechung. Bremen hat vor dem abschließenden Gruppenspiel in Bilbao weiterhin drei Punkte Vorsprung auf die Basken. Über die Tabellenposition entscheidet am Ende der direkte Vergleich. Das Hinspiel hatte Bremen mit 3:1 (2:0) gewonnen.

Hertha besiegt Ventspils und darf hoffen

Jubel der Berliner Spieler (Foto: AP)

Endlich wieder ein Erfolgserlebnis

Die Partie der Berliner Hertha beim lettischen Club FK Ventspils wollten nur rund 2500 Zuschauer sehen. Doch trotz der mageren Kulisse und des wegen tagelanger Regenfälle tiefen Bodens boten beide Teams eine muntere Partie. Nach nur 12 Minuten erzielten die Berliner mit einem Konter die 1:0-Führung. Raffael war der Torschütze. Der Führungstreffer gab dem Bundesligaletzten sichtlich Rückenwind.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeber den Druck und brachten die Berliner, die fast nur noch auf Konter setzten, in Bedrängnis. In der 66. Minute musste Herthas Keeper Jaroslav Drobny in höchster Not retten, nur eine Minute später landete ein Kopfball an der Latte. Mit Glück und Einsatz gelang es den Berlinern aber den Sieg über die Zeit zu retten. Beste Herthaner waren Drobny und Raffael, auch wenn der Torschütze kurz vor Ende wegen Meckerns mit Gelb-Rot vom Platz flog (87.). "Es war kein gutes Spiel meiner Mannschaft. Das hat der schlechte Platz auch nicht zugelassen", sagte Herthas Trainer, Friedhelm Funkel, der aber dennoch zufrieden war. "Wir haben gekämpft und in der zweiten Halbzeit endlich auch wieder ein bisschen Glück gehabt."

Nach dem zweiten Erfolg in der Europa League in Folge haben die Berliner das Weiterkommen nun wieder selbst in der Hand. Schon mit einem Unentschieden gegen Sporting Lissabon (16.12.2009), das sich von Heerenveen 1:1 (0:0) trennte, würde Hertha sicher das Ticket für die nächste Runde lösen. Die Zusatzeinnahmen von etwa 1,5 Millionen Euro könnte der klamme Klub für die angekündigten Wintertransfers gut gebrauchen.

Hamburg ebenfalls weiter

Bereits am Mittwoch (2.12.2009) zog der Hamburger SV, ebenfalls in die Runde der letzten 32 ein. Vor allem nach der Pause legten die Hamburger den Grundstein für ihren Erfolg über Rapid Wien. Geschuldet war die trostlose Vorstellung in Halbzeit eins der Tatsache, dass Trainer Bruno Labbadia auf neun Stammkräfte verzichten musste. Nach der Pause aber wirkten die Hamburger wie ausgewechselt und zeigten plötzlich Offensivdrang und Laufbereitschaft und kamen zu Torchancen.

Nikica Jelavic von Rapid und HSV-Profi Jerome Boateng, im Zweikampf (Bild: AP/Axel Heimken)

Hamburg träumt weiter vom Finale

In der 47. Minute nutzte Marcell Jansen einen schweren Fehler des Wieners Ragnvald Soma nach einem langen Abschlag von Torwart Frank Rost freistehend zum 1:0. Jansen war es auch, von dem in der ersten Spielhälfte wenigstens so etwas Ähnliches wie Torgefahr ausgegangen war. Der Treffer des Mittelfeldspielers brachte die bis dahin lautstarken 8000 Wiener Fans unter den 45.000 Zuschauern zum Verstummen.

Comeback von Petric

HSV-Stürmer Mladen Petric (Bild: AP/Axel Heimken)

Mit Mladen Petric soll es noch besser werden

Nur fünf Minuten später schlug der einzig verbliebene Stürmer zu. Marcus Berg profitierte von einem Stellungsfehler seines Gegenspielers, als er den Ball mittels Volley-Drehschuss aus zwölf Metern im Tor unterbrachte. Der Schwede, vorne auf sich allein gestellt, weil mit Tunay Torun, kurzfristig auch noch der letzte Angriffskollege mit einer Knöchelprellung ausgefallen war, sorgte mit diesem 2:0 für die Vorentscheidung und damit für den fast schon sicheren Einzug in die Playoff-Runde der Europa League.

Eine Viertelstunde vor Schluss war sich offenbar auch Labbadia seiner Sache sicher, denn er nutzte die Gelegenheit, Mladen Petric nach achtwöchiger Spielpause zu ein paar Minuten Spielpraxis zu verhelfen. Petric fiel nicht weiter auf, seine Kollegen spielten sich noch weitere Möglichkeiten heraus, ohne freilich das Torkonto zu erhöhen. So blieb es beim 2:0 – der HSV darf weiter auf das Europa-League-Finale im eigenen Stadion hoffen.

Autoren: Andreas Ziemons/Tobias Oelmaier/Stefan Nestler
Redaktion: Olivia Fritz

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