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Fußball

Bremen verliert auch gegen Köln

Die Misere bei Werder Bremen geht weiter. Zum Auftakt des 9. Spieltags verliert das Schlusslicht zu Hause gegen Aufsteiger Köln. Die Niederlage kostet den Bremer Trainer den Job.

"Mitarbeiter XY war stets bemüht" – taucht diese Formulierung in einem Arbeitszeugnis auf, wird der so Beurteilte es schwer haben. Denn verklausuliert bedeutet diese Einschätzung, dass die Leistungen unterdurchschnittlich waren. Nach der 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den 1. FC Köln zum Auftakt des

9. Spieltags

lässt sich diese Formulierung gleich doppelt verwenden: zum einen für die Mannschaft von Werder Bremen, die sich über 90 Minuten bemühte, aber nichts Zählbares zustande brachte. Zum anderen für Trainer Robin Dutt, der es nicht geschafft hat, in diesem "Endspiel" die Wende beim Schlusslicht einzuleiten. Nach dem neuerlichen Misserfolg ist es nur wahrscheinlicher geworden, dass er bald tatsächlich mit einem Arbeitszeugnis auf neue Stellensuche gehen muss. Trotz geduldiger Fans und dem eher ruhigen Vereinsklima in Bremen ist sein Job in höchster Gefahr.

Dabei hatten die Platzherren von Beginn an voll auf Angriff gesetzt. Binnen der ersten drei Minuten arbeiteten die Bremer drei Ecken heraus. Die Gäste kamen vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion kaum aus der eigenen Spielhälfte heraus. Doch die Deckung des Aufsteigers stand stabil, die Norddeutschen kamen zu keiner Einschussmöglichkeit. Dafür waren die Bremer Aktionen oftmals zu durchsichtig angelegt.

Ab Mitte der ersten Halbzeit wagte sich die Mannschaft von Trainer Peter Stöger mehr und mehr über die Mittellinie und konnte die Partie ausgeglichener gestalten. Marcel Risse verfehlte in der 21. Minute mit einem Freistoß aus 20 Metern Entfernung das Tor der Gastgeber nur knapp. Den Bremern eröffnete sich die erste Torchance in der 28. Minute, als Fin Bartels einen Stellungsfehler von FC-Torhüter Timo Horn nicht nutzen konnte - es war der erste Bremer Torschuss seit 119 Minuten. Leistungsgerecht ging es torlos in die Pause.

Köln mutiger, Bremen immer unsicherer

Bundesliga Werder Bremen gegen 1. FC Köln (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

67 Sekunden auf dem Feld, drei Ballkontakte, ein Treffer - überzeugende Statistik von Kölns Torschütze Ujah

Zu Beginn der zweiten Halbzeit traute sich der 1. FC Köln immer mehr zu und hatte kurz nach Wiederanpfiff die große Chance zur Führung. Nach Flanke von Simon Zoller konnte Kapitän Clemens Fritz den einschussbereiten Dusqan Svento gerade noch am Torschuss hindern (47.). Wenig später hatte Fritz gegen Svento das Nachsehen. Der Kölner brachte den Ball zu dem erst eine Minute zuvor eingewechselten Anthony Ujah, der den Bremer Schlussmann Raphael Wolf mit einem Beinschuss überwand (59.). Das 1:0 war das Tor des Tages, weil Werders Hajrovic zweimal scheiterte. Schon kurz vor dem Gegentreffer entschärfte Kölns Torhüter Horn seinen Schuss aus 18 Metern mit einer gekonnten Flug-Einlage (56.). Danach hatte der FC Glück, als Hajrovic den Pfosten traf (61.).

Werder schafft kein Comeback

In der Folge wirkte Werder zunehmend verkrampft, die Kölner hatten kaum mehr Probleme, die hilflos wirkenden Angriffe der Gastgeber abzuwehren. Bremen bleibt mit nur vier Zählern Schlusslicht der Tabelle. Der Druck auf Coach Robin Dutt steigt. Direkt nach dem Spiel sagte der sichtlich enttäuschte Geschäftsführer Thomas Eichin: „Wir müssen jetzt Ruhe bewahren und eine Nacht drüber schlafen. Dann werden wir die Situation mit den Verantwortlichen und dem Trainer analysieren.“

Der FC sammelt dagegen eine Woche nach dem 2:1 gegen Borussia Dortmund weiter fleißig Punkte für den Klassenverbleib und ist mit zwölf Zählern Tabellenneunter. Der Erfolg in Bremen hat schon fast historische Dimensionen: Es war der erste Kölner Sieg in Bremen seit dem 1. Dezember 1995.

Bundesliga-Klassiker in Mönchengladbach

Am Samstag geht es weiter mit dem 9. Spieltag (ab 15:30 Uhr auch wieder hier im Liveticker). Borussia Dortmund wird versuchen, gegen Hannover 96 endlich seine

Champions-League-Form

auch wieder in der Liga zu zeigen. Augsburg muss gegen Freiburg antreten, Hoffenheim hat Überraschungs-Aufsteiger Paderborn zu Gast. Der Hamburger SV reist zu Hertha BSC in die Hauptstadt. VfB-Trainer Armin Veh muss mit seinen Stuttgartern bei seinem Ex-Club Eintracht Frankfurt ran. Im Spiel am Samstagabend duellieren sich die beiden Königsklassen-Teilnehmer Bayer Leverkusen und Schalke 04. Am Sonntag steigt dann in Wolfsburg die Partie gegen Mainz und zum Abschluss das absolute Highlight des Spieltages: Der Tabellenzweite Borussia Mönchengladbach bittet Spitzenreiter Bayern München zum Tanz. Ein Bundesliga-Klassiker wird mit neuem Leben gefüllt.

Wie die Begegnung zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Köln im Einzelnen lief, können Sie hier noch einmal nachlesen:

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