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Sport

Breitner: "Der Umbruch hat schon angefangen"

Wo steht der FC Bayern München und wo will er hin? Im Interview mit DW-WORLD.DE spricht der Ex-Weltmeister und Berater des FC Bayern München, Paul Breitner, über seinen Verein vor Beginn der Ära Klinsmann.

Porträt Paul Breitner (Quelle: DW)

Breitner ist heute Berater des Rekordmeisters

DW-WORLD: Paul Breitner, sind Sie und der Vorstand des FC Bayern München mit dem Verlauf der Saison zufrieden? Paul Breitner: Ja, insbesondere mit unserer Teilnahme im UEFA-Pokal. Darüber hinaus spielen wir am Mittwoch (27.2.2008) gegen 1860 München im Viertelfinale des DFB-Pokals und stehen an der Spitze der Bundesliga. Alles läuft ganz gut. T rotzdem gibt es Meldungen über Unruhe, Diskussionen und interne Probleme.
Porträt Paul Breitner (Quelle: dpa)

Paul Breitner 1974 - als er mit Deutschland Weltmeister wurde.

Die gibt es weder im Verein, noch in der Mannschaft. Wir wissen selbst nicht, woher solche Meldungen kommen. Bayern weckt immer Interesse und viele Leute beschäftigen sich damit, was passieren könnte. Wenn über Monate nichts geschieht, dann überlegen sich manche, dass etwas passieren soll. Wir im Verein haben gelernt, mit Geschichten zu leben, die nicht existieren. Klinsmann wurde aus den USA zu den Bayern geholt, die Muttersprache des neuen Co-Trainers Martin Vásquez ist Spanisch, der Kader kommt aus aller Herren Länder. Bayern denkt denn nicht mehr lokal? Keiner der führenden Clubs denkt lokal. Beispiel Arsenal: Bei ihrem letzten Champions League-Spiel war kein Engländer dabei. Das ist auch normal bei den anderen großen Vereinen aus England wie Chelsea oder Liverpool, die regelmäßig sieben oder acht Ausländer aufstellen. Lokales Denken lebt nicht mehr, es ist seit sechs oder sieben Jahren passé. Bayern München scheint ein bisschen Pech mit den Spielern aus Lateinamerika zu haben: Julio dos Santos, Roque Santa Cruz oder sogar mit Martin Demicheles, der erst in dieser Saison, nach fünf Jahren in Deutschland, seine erwartete Leistung bringt. Martin Demichelis ist heutzutage ein Leistungsträger bei Bayern und auch Mitglied der argentinischen Nationalmannschaft. Es ist auch nicht außergewöhnlich, dass zwei von sechs oder acht Spielern aus Südamerika unter den Erwartungen bleiben. Zurzeit sind wir aber sehr zufrieden mit den Lateinamerikanern, mit Ze Roberto, mit Lucio, wir erwarten in der Zukunft viel von José Sosa. Setzen Sie mit Sosa und dem neuen Winterzugang aus Brasilien, Breno, nun verstärkt auf die Jugend? Wir wollen nicht nur 27- oder 28-jährige Spieler kaufen, die schon Bundesliga oder europäische Erfahrung haben. Wir haben unsere Transferpolitik umgestellt, deshalb haben wir auch in den letzten Monaten sehr junge Spieler verpflichtet. Sosa ist ein gutes Beispiel, wir erwarten viel von ihm, weil wir wissen, dass er ein riesiges Talent ist. Zurzeit versucht er nach seiner sechsmonatigen Verletzung zurück in den Spielrhythmus zu kommen. Wir trauen ihm viel zu, das gilt auch für Breno, einer von den besten Fußballern in seinem Alter, den ich in den letzten 15 Jahren gesehen habe. Sie sind Spieler für die Zukunft, für die nächste Saison, für die nächsten Jahre. Will Bayern ein Modell wie das von Arsenal, wo der Altersdurchschnitt unter 26 Jahren liegt? Nein. Dort werden junge Spieler in Mengen gekauft. Wir haben nicht so viel Geld zur Verfügung und dürfen auch nicht diese enormen Summen ausgeben. Arsenal geht seinen Weg, wir unseren.

Klinsmann vor rotem Hintergrund mit Bayern München Logo (Quelle: AP)

Jürgen Klinsmann übernimmt das Ruder bei Bayern

Findet ab Juli, wenn Jürgen Klinsmann als Trainer antritt , ein großer Umbruch statt, oder wird Bayern München den gleichen Weg wie bisher verfolgen? Wir haben mit dem grossen Umbruch schon vor einem Jahr angefangen, als wir 2007 acht neue Spieler gekauft haben, unter anderem Franck Ribéry, Miroslav Klose, Ze Roberto und Luca Toni. Jetzt haben wir eine feste Mannschaft, keine Neu-Zugänge sind notwendig. Vielleicht zwei, drei neue Spieler, aber nicht mehr so viele. Haben Sie, sowie der Vorstand von Bayern, ein ruhiges Gewissen, alles richtig gemacht zu haben, um eine erfolgreiche Zukunft für den Verein zu garantieren? Wir haben ein gutes Gewissen. Ich glaube fest daran, dass Bayern München wieder einer der drei bedeutendsten Fußballclubs der Welt sein wird.

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