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Aktuell Welt

Breite Verurteilung der Bengasi-Attacke

Der Angriff auf die US-Botschaften in Libyen und Ägypten hat scharfe Reaktionen in Europa und im UN-Sicherheitsrat ausgelöst. Die USA wollen ermitteln, ob hinter den Gewaltausbrüchen ein gezielter Terrorplan steckt.

Der UN-Sicherheitsrat hat den tödlichen Anschlag auf die US-Vertretung im libyschen Bengasi scharf verurteilt. Die 15 Ratsmitglieder stimmten darin überein, dass solche Angriffe durch nichts gerechtfertigt werden könnten, "unabhängig von den Motiven, wer immer, wo auch immer solche Anschläge verübe", sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig im Namen des UN-Gremiums. Deutschland führt in diesem Monat den Sicherheitsrat. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, die Gewalt sei durch nichts zu rechtfertigen.

Chris Stevens (Foto: dapd)

Starb bei dem Angriff: US-Botschafter Stevens

In der Nacht zum Mittwoch ist bei einem Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi der amerikanische Botschafter getötet worden. Neben Chris Stevens starben drei weitere Amerikaner, wie US-Präsident Barack Obama bestätigte. Aufgestachelt durch ein islamfeindliches Internetvideo hatten, wie bereits zuvor in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, aufgebrachte Muslime versucht, die US-Botschaft zu stürmen.

Abscheulich, feige, inakzeptabel

Auch in Europa wurden die Ereignisse kritisch kommentiert. "Abscheuliches Verbrechen", "feiger terroristischer Akt" und "völlig inakzeptable Gewalt" – das waren die Worte, die Frankreichs Präsident François Hollande, Italiens Staatschef Giorgio Napolitano und Vertreter des Vatikans fanden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte: "Ich fordere die Regierungen in Ägypten und Libyen eindringlich auf, die Sicherheit der Botschaften und Konsulate in ihren Ländern in vollem Umfang zu gewährleisten." Das Bundesinnenministerium zeigte sich besorgt. Die Sicherheitsmaßnahmen für US-Einrichtungen und andere Missionen blieben auf sehr hohem Niveau.

Video ansehen 01:38

Reaktionen nach Angriff auf US-Konsulat

Geplanter Terrorakt?

In den USA wachsen die Zweifel, ob das Video, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, tatsächlich der Grund für die gewaltsamen Proteste war. Das Weiße Haus vermutet offenbar, dass der Angriff geplant war. Wegen der schweren Bewaffnung der Angreifer sei das wahrscheinlicher als eine außer Kontrolle geratene spontane Demonstration, berichteten US-Medien unter Berufung auf Washingtoner Regierungskreise. Nach Informationen des Senders CNN will Obama Drohnen nach Libyen schicken, um mögliche Islamisten-Camps aufzuspüren.

Obama kündigte zumindest an, die Verantwortlichen des Angriffs von Bengasi zur Verantwortung zu ziehen. "Der Gerechtigkeit wird Genüge getan", versprach er. Aber auch: Die USA erteilten jedweder Erniedrigung religiöser Überzeugungen anderer eine Absage, so Obama.

Abzug nach Deutschland

Die USA haben unterdessen ihre Auslandsvertretung in Libyen in eine Art Notbetrieb versetzt. Die Botschaft in Tripolis arbeite nur noch mit wenigen Mitarbeitern. Das Botschaftspersonal aus Bengasi sei inzwischen auf die Airbase im deutschen Ramstein geflogen worden, teilte das US-Außenministerium mit. Auch die Leichen der bei dem Angriff getöteten Amerikaner seien dorthin gebracht worden.

fab/haz (dpa,dapd,afp)

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