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Kultur

Breaking mit den Boys

Hip-Hop wird 30. DW-WORLD gratuliert, blickt zurück und blättert in einem großartigen Bildband. Wie kam es zur einflussreichsten Jugendkultur? Und warum verehren alle Aktivisten eine weiße Frau aus Baltimore?

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Wir kämpfen nicht - wir tanzen nur!

Die junge Fotografin der "New York Post" soll am Abend des 21. Januars 1981 Fotos einer Prügelei schießen. Statt randalierenden Jugendlichen trifft Martha Cooper in der Polizeiwache von Washington-Heights aber auf einen Haufen Jungs, die einen Tanzwettbewerb veranstalten.

Korrekter Faltenwurf

"Es war eine Art Tanz, die ich nie vorher gesehen hatte, Solo-Performances mit wilden akrobatischen Elementen und ungewöhnlichen Posen", so beschreibt Martha Cooper ihre erste Begegnung mit einer Horde B(reakdance)-Boys, die sie nachhaltig beeinflussen sollte.

Die in Oxford studierte Anthropologin ist begeistert von der jugendlichen Ausdrucksform. Sie hängt ihren Job an den Nagel, wird erste Hip-Hop-Fotografin und Chronistin der Bewegung.

Hip Hop Kultur durch das Objektiv von Martha Cooper

Inzwischen ist Hip-Hop zur einflussreichsten Jugendkultur avanciert. Wer den Kleidungsstil des mittleren Managements, den Habitus pubertierender Vorstadtkinder oder die Schaufenstereinlagen hiesiger Kurzwarengeschäfte studiert, wird stets auf das ein oder andere Feature aus der Welt amerikanischer B-Boys der 1970er- und 1980er-Jahre treffen. Ob Turnschuh, Hose mit korrektem Faltenwurf oder das richtige T-Shirt - der Dreh und Angelpunkt liegt zeitlich zurück und kommt aus der Bronx.

Stattliches Kompendium

Hip Hop Kultur durch das Objektiv von Martha Cooper

Schöner fahren mit der bunten Bahn

Entwickelt hat sich die Hip-Hop-Kultur in den frühen 1970er Jahren. Die südliche Bronx ist nicht der angenehmste Ort auf Erden. Städtebaulicher Verfall, Kriminalität und Drogen prägen dem Alltag. Hier gehen die Kinder nicht zum Flötenunterricht, sondern verbringen den Tag auf der Straße, in leerstehenden Bauruinen und Bahnhofdepots. Graffiti und Breakdance bieten ein kreatives Beschäftigungspotenzial, entwickeln sich aus Langeweile und Abenteurgeist.

Wer wissen will, wie es wirklich war, der blättere in dem Buch "Hip Hop Files": ein stattliches Kompendium mit frühen Fotos von Martha Cooper und Interviews mit den wichtigsten Vertretern des Genres - zusammen 244 Seiten Kulturgeschichte.

"Wie eine New Yorker U-Bahnfahrt zurück in die frühen 80er. Hip-Hop-Kultur in ihrer reinsten Form", sagt Fab 5 Freddy, einer der zentralen Lichtgestalten der frühen New Yorker Szene.

Fame, Fame, Fame

Martha Cooper mit Kamera, Hip Hop files

Martha Cooper mit dem Finger am Abzug

Martha Cooper ist heute Fotodirektorin von City Lore, dem New Yorker Zentrum für Volkskunst. Mit voranschreitender Kommerzialisierung des Hip-Hops verlor sie Mitte der 1980er Jahre ihr Interesse an der Szene. Als erste Fotografin, die das Phänomen sichtbar machte, bleibt sie für die Pioniere eine Respektsperson. Denn ohne Sie wäre Hip-Hop vielleicht in der Bronx geblieben.

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