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Bundesliga

"Brazzo" will sich als FC-Bayern-Sportchef durchbeißen

Hasan Salihamidzic tritt als neuer Sportdirektor des FC Bayern in die großen Fußstapfen Matthias Sammers. Der 40-Jährige verspricht, dass er so zur Sache gehen werde, wie einst als Spieler.

Salihamdizic zwischen den Bayern-Bossen Hoeneß (r.) und Rummenigge (l.). Foto: dpa-pa

Salihamdizic zwischen den Bayern-Bossen Hoeneß (r.) und Rummenigge (l.)

"Gegen ihn hätte ich früher nicht gerne gespielt", sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge anerkennend über Hasan Salihamidzic, den neuen Sportdirektor beim deutschen Fußball-Rekordmeister. Und Präsident Uli Hoeneß ergänzte, Salihamidzic habe sich "schon als kleiner Bub immer durchgebissen". Als 15-Jähriger war "Brazzo" (Bürschchen), wie der Bosnier noch immer scherzhaft genannt wird, 1992 war er von seinen Eltern wegen des Bürgerkriegs in seiner Heimat zu Verwandten nach Hamburg geschickt worden. Verbissen kämpfte er sich hoch zum Fußball-Profi. Mit den Bayern wurde er 2001 Champions-League-Sieger. "Ich habe als Spieler in jedem Training, in jedem Spiel immer alles gegeben. Genauso werde ich meine Aufgabe als Sportdirektor anpacken", versprach Salihamidzic.

Rummenigges Idee

Nach dem Rückzug von Sportvorstand Matthias Sammer aus gesundheitlichen Gründen vor über einem Jahr war der wichtige Posten des Sportchefs beim deutschen Rekordmeister verwaist. Ein Zustand, den die Bosse Rummenigge und Hoeneß nicht länger hinnehmen wollten. "Uns ist klar geworden, dass wir diese Position dringend neu besetzen müssen", sagte Präsident Hoeneß. Und so machten die Verantwortlichen des FC Bayern noch vor dem Start der neuen Saison Nägel mit Köpfen. Rummenigge hatte nach den missglückten Anfragen bei Ex-Kapitän Philipp Lahm und Gladbachs Manager Max Eberl, die beide nicht wollten, die Idee mit Salihamidzic. Der sei ein "integrer, fleißiger, seriöser, loyaler und ausgeschlafener Menschen", lobte Rummenigge. Zudem verfüge Salihamidzic "über ein großes Netzwerk". Er sei "das Mosaiksteinchen, das uns noch gefehlt hat".

Salihamidzic 2001 in Mailand mit Champions-League-Pokal. Foto: dpa-pa

Der größte Erfolg mit den Bayern: Salihamidzic 2001 in Mailand mit Champions-League-Pokal

"Kein Platzwarmhalter für Philipp"

"Ich sehe mich nicht als Notlösung", sagte der Bosnier selbstbewusst. Und auch die beiden Alphatiere im Verein, Rummenigge und Hoeneß, versuchten dem Eindruck entgegenzuwirken, der neue Sportdirektor sei nur dafür zuständig, ihnen den Kaffee zu holen. "Es wird keine Vertragsverhandlungen geben, bei denen Hasan Salihamidzic nicht mit am Tisch sitzt", verkündete Hoeneß. Und Rummenige stellte klar, dass der Ex-Profi kein "Platzwarmhalter für Philipp" sei. Dass Weltmeister Lahm eines Tages doch noch in die Vereinsspitze der Bayern Einzug halten wird, glaubt eigentlich jeder im Umfeld des FC Bayern, nur eben nicht als Sportchef.

Als Markenbotschafter gelernt

Salihamidzic (r.) als Bayern-Markenbotschafter. Foto: dpa-pa

Salihamidzic (r.) als Bayern-Markenbotschafter

Für Salihamidzic ist die neue Position nach eigenen Worten ein "Traumjob": "Mir war sofort klar, dass ich das machen möchte." Auch wenn er keine Berufserfahrung in diesem Bereich mitbringt. Seit Anfang des Jahres war der Bosnier, der als Mittelfeldspieler bei den Bayern von 1998 bis 2007 sechsmal deutscher Meister und viermal DFB-Pokalsieger geworden war, immerhin schon mal als so genannter "Markenbotschafter" für die Münchener im Einsatz. Dass er durchaus die Fähigkeit hat, sich in neue Rollen wie diese einzuarbeiten, bewies Salihamidzic bei seiner Präsentation, als er im Stile eines Marketing-Manns die Zukunft des Vereins ausmalte: "Unser Kader ist einer der besten Kader der Welt. Wir haben einen der besten Trainer der Welt. Und unsere Führung, die ist auch Weltklasse. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, haben wir eine große Chance, große Erfolge zu feiern."

Sein Ex-Mannschaftskollege bei den Bayern, Lothar Matthäus, glaubt an Salihamidzic. "Das ist ein guter Schachzug des FC Bayern", sagte der Rekordnationalspieler. "Er hat einen guten Kontakt zu den Verantwortlichen und den Spielern. Sein Herz schlägt bayerisch, deswegen ist er auch der richtige Mann."

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