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Fußball

Braunschweig zieht 96 in den Abstiegskampf

Schlusslicht Braunschweig knöpft seinem ärgsten Rivalen Hannover 96 die Punkte ab. Damit sieht die Eintracht wieder Licht im Abstiegskampf und bringt die 96er in eine prekäre Lage. Hertha bleibt sieglos.

"Oh, wie ist das schön", schallte es durch das Rund des Braunschweiger Stadions. Die Fans auf den Tribünen hielt es nicht mehr auf den Sitzen, hüpfend und singend feierten sie nicht nur die drei ungemein wichtigen Punkte, sondern vor allem einen Prestigesieg. Eintracht Braunschweig bewies einmal mehr, welche Kräfte bei solch brisanten Spielen freigesetzt werden: Im seit Wochen ausverkauften Niedersachsenderby verpasste der Tabellenletzte der Liga seinem Widersacher Hannover 96 eine 3:0 (2:0)-Niederlage. Damit darf das Schlusslicht der Bundesliga wieder auf den Klassenerhalt hoffen: Braunschweig verkürzt den Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf nur noch zwei Punkte. Hannover ist nun wieder mitten drin im Abstiegskampf: Das Team von Trainer Tayfun Korkut hat nur noch ein Polster von drei Zählern auf den 1. FC Nürnberg auf Abstiegsrang 17.

Zumindest während der Begegnung blieben die gefürchteten Ausschreitungen zwischen den rivalisierenden Fangruppen aus. Den 3300 Polizisten gelang es weitgehend, die verfeindeten Anhänger voneinander zu trennen. Nur aus der Braunschweiger Innenstadt wurde zunächst vereinzeltes Abbrennen von Pyrotechnik gemeldet. Auch im Stadion wurden Bengalos im Braunschweiger Fanblock gezündet.

Stimmungsvolles Derby

Mit dem Selbstbewusstsein aus zuletzt vier Heimspielen ohne Niederlage gingen die Braunschweiger in die Partie, im Hinspiel hatte sich der Aufsteiger ein 0:0 erkämpft. Die Braunschweiger Fans hatten sich ins Zeug gelegt und ihre "Löwen" mit einer tollen blau-gelben Choreographie in Derbystimmung gebracht. Von Beginn an ging es hitzig zur Sache, angepeitscht von den 23.325 Zuschauern machten die Gastgeber Druck und wurden in der 14. Minute belohnt: 96-Torwart Ron-Robert Zieler faustete den Ball vor die Füße von Domi Kumbela, der zum viel umjubelten 1:0 traf. Hannover, das zuletzt drei Niederlagen und acht Gegentore einstecken musste, zeigte sich geschockt. Die Eintracht stürmte weiter und das nächste Tor ließ nicht lang auf sich warten: In der 21. Minute erhöhte Havard Nielsen nach einem langen Ball auf 2:0. Gegenspieler Marcelo konnte nicht entscheidend eingreifen.

Braunschweiger Fans machen Stimmung im ausverkauften Stadion (Foto: Peter Steffen/dpa)

Ein Farbenmeer in blau und gelb - die Braunschweiger Fans sorgten für eine tolle Kulisse

Hannover 96 fand kaum ins Spiel und musste ab der 62. Minute sogar in Unterzahl spielen: Andre Hoffmann sah nach einem rüden Tritt in die Beine seines Gegenspielers die Rote Karte. Szabolcs Huszti kam zehn Minuten später mit seinem Pfostentreffer zu der größten Chance der Gäste, die jedoch mit leeren Händen nach Hause fahren mussten: In der 88. Minute machte Jan Hochscheidt mit seinem Treffer zum 3:0 den Derbysieg endgültig klar.

"Empfangskomitee" am Stadion in Hannover

Nach der Derby-Pleite in Braunschweig kam es bei der Rückkehr der Mannschaft am Sonntagabend vor dem 96-Stadion in Hannover zu Ausschreitungen. Mehrere hundert Fans forderten lautstark den Rücktritt von Clubchef Martin Kind und Sportdirektor Dirk Dufner. Dabei wurden Böller und Flaschen geworfen sowie eine Leuchtrakete gezündet. Mehr als 40 Polizeiwagen fuhren auf, ein Wasserwerfer wurde bereit gestellt. 96-Trainer Korkut, Kapitän Lars Stindl und andere Profis versuchten nach Angaben eines 96-Sprechers die Lage zu beruhigen. Korkut kletterte sogar auf einen Zaun und sprach per Megafon mit den Fans. Erst nach mehr als einer Stunde kehrte langsam Ruhe ein.

Remis zwischen Hertha und Hoffenheim

In dem Duell zweier Mannschaften, die sowohl von den Europapokal-Plätzen als auch von den Abstiegszone weit entfernt sind, teilten sich Hertha BSC und 1899 Hoffenheim beim 1:1 (1:1) die Punkte. Sami Allagui hatte die Hertha in der 11. Minute in Führung geschossen. Eugen Polanski erzielte in der ausgeglichenen Partie das 1:1 für Hoffenheim (30.). Hertha bleibt damit auch im sechsten Heimspiel des Jahres ohne Dreier. Unrühmlicher Höhepunkt: Der Hoffenheimer Torwart Koen Casteels zog sich bei einem Zusammenprall mit Andras Ramos in der 69. Minute einer ersten Diagnose zufolge einen Unterschenkelbruch zu.

Erste Niederlage für den FC Bayern

52 Spieltage hat es in der Bundesliga gedauert, doch dann war der Bann gebrochen: Der FC Bayern München kassierte eine Niederlage. Ohne zahlreiche Stammspieler verlor der deutsche Meister das bayerische Derby gegen den FC Augsburg mit 0:1. Wenig Begeisterung rief dies bei den anderen Vereinen hervor, der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung wurde laut.

Bastian Schweinsteiger guckt enttäuscht. (Foto: REUTERS/Michael Dalder)

Der FC Bayern verliert mit einer C-Mannschaft

Borussia Dortmund festigte seinen zweiten Platz mit einem 2:1-Erfolg über den VfL Wolfsburg, der auf Rang sechs wiederfand. Bayer Leverkusen rutschte ebenfalls in der Tabelle ab und belegt nach dem 1:2 gegen den Hamburger SV nur noch den Europa-League-Platz fünf. Der Verein hat sich inzwischen von seinem Trainer Sami Hyypiä getrennt. Gewinner des Spieltages im Kampf um die Europapokalplätze war die Borussia aus Mönchengladbach, die ihr Auswärtsspiel in Nürnberg mit 2:0 gewann und auf Rang vier kletterte. Schalke 04 erreichte bei Werder Bremen nur ein 1:1-Unentschieden.

Im Abstiegsgipfel kassierte der SC Freiburg im schwäbischen Derby eine 0:2-Auswärtsniederlage beim VfB Stuttgart. Die favorisierten Mainzer ließen beim 0:2 in Frankfurt Federn.

Alle Infos zu den Samstagsspielen finden Sie

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