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Wirtschaft

Brasiliens Fußballstars fahren ICE

Die Deutsche Bahn während der Fußball-WM möglichst viele Besucher in die Züge locken. Dazu bietet sie Sonderzüge, Spezial-Tickets und ein verstärktes Nahverkehrs-Angebot an.

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Will sich durch die WM profilieren: Die Bahn

Galerie Berlinale 2004 Das Wunder von Bern

Szene aus "Das Wunder von Bern": Die deutschen Fußballer im VT 08

Es war eine triumphale Heimfahrt der Helden von 1954 - im legendären Weltmeisterzug namens VT 08. Zu Tausenden säumten die Menschen die Strecke. Als der Sonder-Triebwagen der Deutschen Bundesbahn, und mit ihm die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, auf Gleis 11 des Münchner Hauptbahnhofes einfuhr, schwoll der Jubel an.

Die Bahn ist bereit für die WM

Heute ist der VT 08 wieder unterwegs durch Deutschland - und will auf das Engagement der Deutschen Bahn zur WM aufmerksam machen. Denn das noch bundeseigene Unternehmen will das Ereignis nutzen, seine Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen - als Empfehlung für einen bald geplanten Börsengang. Ziel der Bahn ist es, rund fünf Millionen WM-Besucher in ihren Zügen zu transportieren. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Alle zwölf Spielorte sind an das Netz der schnellen ICE-Züge angeschlossen.

Bahnchef Hartmut Mehdorn

Will sein Unternehmen auf WM-Kurs bringen: Hartmut Mehdorn

"Ich glaube schon, dass Bahn und Fußball gut zusammenpassen", sagt Bahnchef Hartmut Mehdorn. Das Unternehmen habe die Bahnhöfe in den WM-Städten umgebaut und modernisiert; sie sähen gut aus und würden zur Weltmeisterschaft ganz besonders ausstaffiert. "Viele werden sehen, was wir leisten können und werden hinterher zu uns wiederkommen", glaubt Mehdorn.

250 Sonderzüge setzt die Bahn während der WM ein. Zwei Wochen vor dem Eröffnungsspiel nimmt die Bahn ihr neues Prunkstück, den Berliner Hauptbahnhof, offiziell in Betrieb. Das Streckennetz wurde weiter ausgebaut - die 600 Kilometer von München nach Berlin schafft ein ICE dann in knapp sechs Stunden. Ein übersichtliches Ticket-Angebot soll es den Passagieren leicht machen, sich zurecht zu finden: Ein sogenanntes Weltmeister-Ticket kostet je nach Entfernung 54, 74 oder 90 Euro - in Anspielung auf die Jahre mit deutschen WM-Siegen.

Internationalität wird groß geschrieben

"Die Verknüpfung des Nahverkehrs mit unserem WM-Ticket, die wir anbieten, ist etwas ganz besonderes", erklärt Karl-Friedrich Rausch, der im Vorstand der Deutschen Bahn für den Personenverkehr zuständig ist. Jeder Reisende, der in einem Hotel in der Nachbarstadt des Spielortes wohnt und eine Eintrittskarte hat, könne damit den Nahverkehr nutzen, um bequem das Stadion zu erreichen. Auch bestünden Verknüpfungen zwischen Luftverkehr und Bahn, die es Reisenden aus dem Ausland erleichtern sollen, nicht nur den Flughafen in Frankfurt am Main, sondern auch den nächstgelegenen Bahnhof zu erreichen. "Wir sind auch mehrsprachig in der Bahn, um auch den Gästen die Sorge zu nehmen, die nicht der deutschen Sprache mächtig sind", sagt Rausch.

Schenker LKW auf der Straße mit Logo

Zuständig für den Material-Transport: Bahn-Tochter Schenker

International wird übrigens auch das Angebot in den Speisewagen sein - die Gerichte kommen nämlich abwechselnd aus den jeweiligen Teilnehmerländern. Und international werden auch die Passagiere sein: An die Nationalmannschaften von Brasilien und Mexiko hat die Bahn ganze ICE-Züge vermietet, mit denen die Teams durch Deutschland reisen werden. Und damit auch der Rest in die Stadien kommt - von der Ausrüstung bis hin zur Verpflegung, hat die Bahn-Logistik-Tochter Schenker schon jetzt alle Hände voll zu tun.

Große Aufgaben

Norbert Bensel, Logistik-Vorstand der Deutschen Bahn: "Also ich sage nicht, dass wir das locker hinkriegen." Doch verließe sich die Bahn auf die Kompetenz der Mitarbeiter, auf die Erfahrung von vielen anderen Sportevents, und natürlich auf ihr weltweites Netzwerk aus Luftfracht, Seefracht und Landverkehr, mit dem sie alles aus einer Hand anbieten könne, inklusive der Logistik in den Stadien. "Dieses große Sportereignis ist auch eine Chance für uns, die Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens darzustellen und Schenker als globalen Logistik-Dienstleister mit dieser Weltmeisterschaft in Verbindung zu bringen."

Abgerechnet wird am Ende

Darauf hofft auch Hartmut Mehdorn. Denn ob sich das massive finanzielle Engagement am Ende rechnet, muss sich erst noch zeigen. Doch das steht nicht im Vordergrund, so der Bahn-Chef: "Es geht uns nicht um reine Profitmaximierung, sondern auf lange Sicht um mehr Sympathie und mehr Fahrgäste. Und das kann man nicht kalt im rechten Winkel messen - das muss man beobachten, wie sich das entwickelt."

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