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Sport-News

Brasiliens Fußball-Boss Teixeira wirft das Handtuch

Gut zwei Jahre vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft im Land des fünffachen Titelträgers ist der Präsident des brasilianischen Fußballverbandes zurückgetreten. Der 64-jährige Teixeira gilt als korrupt.

"Ich trete wegen meiner Gesundheit zurück. Nach Niederlagen wurde ich kritisiert, und nach Siegen erhielt ich nicht die entsprechende Wertschätzung", hieß es in einer Erklärung Teixeiras, die sein Nachfolger Jose Maria Marin auf einer Pressekonferenz in Rio de Janeiro präsentierte. Teixeira hatte sich bereits Ende vergangener Woche aus gesundheitlichen Gründen beurlauben lassen und Marin als Interims-Nachfolger bestimmt.

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Brasilien: Fußball-Verbandschef Teixeira zieht sich zurück (09.03.2012)

Teixeira stand seit 1989 an der Spitze des brasilianischen Fußballverbandes CBF. Er trat auch vom Amt des Präsidenten des Organisationskomitees für die Fußball-WM 2014 zurück. Auch in dieser Position soll ihm der 79-jährige Marin nachfolgen, unterstützt unter anderen von den ehemaligen Nationalspielern Bebeto und Ronaldo.

Der 64-jährige Teixeira steht seit Jahren unter Korruptionsverdacht. Zusammen mit seinem Ex-Schwiegervater, dem früheren Präsidenten des Weltfußballverbandes FIFA, João Havelange, soll er nach Recherchen der britischen BBC im Zuge des Korruptionsskandals um die 2001 in Insolvenz gegangene Sportvermarktungsagentur ISL Zahlungen in Millionenhöhe erhalten haben. Beide wiesen die Anschuldigungen stets zurück. Auch musste sich Teixeira in Brasilien immer wieder gegen Vorwürfe der Geldwäsche und Steuerhinterziehung wehren. Zu Gerichtsverfahren oder gar Verurteilungen kam es jedoch nicht.

Drohungen des FIFA-Chefs

Zudem hatte Teixeira wenig Rückhalt bei der brasilianischen Regierung und auch bei FIFA-Präsident Joseph Blatter war er in Ungnade gefallen. Blatter hatte Ende vorigen Jahres angekündigt, möglicherweise Dokumente zu veröffentlichen, die Brasiliens Fußballboss belasten könnten.

Der Rücktritt des Verbandschefs fällt in eine Zeit der Spannungen zwischen dem WM-Gastgeber 2014 und der FIFA. Ihr Generalsekretär Jérôme Valcke hatte kürzlich für einen Eklat gesorgt, als er wegen der schleppenden WM-Vorbereitungen einen "Tritt in den Hintern" der Organisatoren empfahl. Brasilien nahm zwar die Entschuldungen der FIFA-Spitze an, doch das Verhältnis gilt als getrübt.

wl/pg (sid,afp,dpa)

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