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Aktuell Amerika

Brasiliens Ex-Finanzminister in Petrobras-Skandal verhaftet

Guido Mantega ist wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden. Nach der Absetzung von Präsidentin Rousseff wegen mutmaßlicher Bilanztricks greift die Justiz gegen führende Köpfe der Partei durch.

Die Staatsanwaltschaft in Sao Paulo gab lediglich Ermittlungen gegen einen ehemaligen Minister bekannt, der 2012 Verwaltungsratschef des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Petrobras war. Die Beschreibung passt auf Mantega. Die Behörde nannte zwar nicht den Namen, aber in Mantegas Umfeld wurde bestätigt, dass er verhaftet wurde.

Der 67-jährige Finanzexperte war fast neun Jahre lang Finanzminister unter dem damaligen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva und dessen mittlerweile des Amtes enthobener Nachfolgerin Dilma Rousseff. Mantega ist ebenfalls Mitglied der linksorientierten Arbeiterpartei (PT). Ihm wird vorgeworfen, Gelder in Millionenhöhe für die PT von Unternehmen eingefordert zu haben.

Schmiergeldzahlungen an die Arbeiterpartei geschleust

Der Skandal dreht sich um Schmiergeldzahlungen von Petrobras-Auftragnehmern, die an politische Parteien geschleust wurden. Im Kern geht es um ein während Lulas Präsidentschaft entstandenes Korruptionssystem.

Bei Auftragsvergaben des halbstaatlichen Petrobras-Konzerns, zum Beispiel für die Errichtung von Förderplattformen, wurden bis zu drei Prozent der Vertragssumme als "Provision" an Parteien und Politiker gezahlt. Hochrangige Manager und Politiker wurden in der Affäre bereits angeklagt, auch Ex-Präsident Lula.

Die Ermittlungen führt ein Team junger Staatsanwälte und Richter, die in der Bevölkerung hohes Ansehen genießen - im Gegensatz zu den Politikern. Der für harte Strafen gefürchtete leitende Richter Sérgio Moro will auch Lula hinter Gitter bringen.

uh/sti (dpa,rtr,afp)