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Fußball

Brasilien weiter, Australien gewinnt

Australien hat sich seine Chance auf das Weiterkommen erhalten. In der Gruppe D besiegten die Australierinnen Äquatorialguinea mit 3:2. Brasilien ließ Norwegen beim 3:0 keine Chance und steht damit im Viertelfinale.

Äquatorialguineas Anonman feiert ihr erstes von zwei Toren gegen Australien (Bild: AP)

Diese Partie zwischen Australien und Äquatorialguinea hatte einen hohen Unterhaltungswert! Fünf Tore - Bestwert bisher bei dieser WM, viele Chancen und jede Menge kurioser Szenen. Die 16.000 Zuschauer in Bochum kamen voll auf ihre Kosten. Zunächst lief für die favorisierten Australierinnen alles nach Plan: Leena Khamis staubte nach sieben Minuten zum 1:0 ab. Wenig später gab es die nächste große Chance, aber der Ball landete am Pfosten. Doch damit war die Situation noch lange nicht vorüber. Denn Äquatorialguinas Feldspielerin Bruna fing den zurückspringenden Ball mit beiden Händen, ließ ihn wenig später auf den Rasen fallen - und Schiedsrichterin Gyoengyi Gaal entschied zur Überraschung aller auf - Weiterspielen! Keinen Elfmeter! Eine unglaubliche Szene. Und Gaal unterstrich ihre Leistung auch in der Folge mit einigen fragwürdigen Entscheidungen. Das rief im Anschluss sogar den Weltverband auf den Plan. Die Norwegerin Karen Espelund, FIFA-Beauftragte des Spiels, warb um Verständnis für den Lapsus: "Es gab da eine Episode. Wir haben mit der Schiedsrichterin gesprochen. Es tut ihr sehr leid, dass sie das Handspiel übersehen hat."

Leena Khamis feiert zusammen mit ihrem Team das 1:0 (Bild: dpa)

Leena Kahmis (r.) hat Australien mit 1:0 in Führung gebracht

Der schwarze Tag der Servet Uzunlar

In der 21. Minute war es dann nicht die Schiedsrichterin, die einen Blackout hatte, sondern die australische Abwehrspielerin Servet Uzunlar. Die vertendelte den Ball am eigenen Stafraum, Gegnerin Genoveva Anonma ließ sich nicht zweimal bitten und glich zum 1:1 aus.

Schiedsrichterin Gyoengyi Gaal gestikuliert (Bild: dpa)

Schiedsrichterin Gaal gab der Partie eine besondere Note

Nachdem Emily Van Egmond (48.) und Lisa de Vanna (51.) Australien mit einem Doppelschlag wiederum in Führung gebracht hatten, wiederholte sich das skurrile Schauspiel vom Ausgleichstreffer: Ohne Not fängt Uzunlar am rechten Strafraumeck ein Dribbling an, bleibt aber an Anonma hängen und lädt diese zum Anschlusstreffer ein. Das 2:3 (1:1) in der 83. Minute war dann auch gleichbedeutend mit dem Endstand der Partie. Australien kommt damit auf drei Punkte und darf noch auf das Weiterkommen hoffen, die Damen aus Westafrika sind dagegen vorzeitig ausgeschieden.

Marta narrt Norwegen - und die Schiedsrichterin

Dieses 3:0 (1:0) der Brasilianerinnen in der Abendpartie der Gruppe D war eine wahre Demonstration der Stärke. Umso trauriger ist der Umstand, dass der Sieg mittels eines Foulspiels durch die weltbeste Spielerin Marta eingeleitet wurde. Die schubste nämlich im Laufduell nach einem Steilpass ihre norwegische Gegenspielerin mit beiden Händen aus dem Weg und erkämpfte sich so den Ball. Wie sie den dann allerdings im Tor unterbrachte, war ein Augenschmaus: zwei Übersteiger, ein platzierter Schuss, und so stand es nach 21 Minuten 1:0.

Marta (l.) zeigt vor dem 1:0 gegen Norwegen einen Übersteiger (Bild:dpa)

Ein Schubser und zwei Übersteiger - heraus kam das 1:0 für Brasilien durch Superstar Marta

Marta, die fünfmalige Weltfußballerin, war auch in der Folge an fast jedem Angriff ihres Teams beteiligt. Das 2:0 durch Rosana kurz nach der Pause bereitete sie mit einem Alleingang mustergültig vor, das 3:0 (48.) machte sie dann wieder selbst, als sie eine Verkettung von Fehlleistungen in der norwegischen Abwehr nutzte und überlegt aus zehn Metern einschoss - natürlich mit dem Außenrist. Norwegen kam im mit 26.000 Zuschauern ausverkauften Wolfburger Stadion nur zu einer einzigen Tormöglichkeit. Madeline Giske, die Tochter des ehemaligen Bundesliga-Profis Anders Giske, vergab in der 83. Minute, indem sie aus kurzer Distanz über das Tor schoss.

Ein kleiner Trost bleibt den Norwegerinnen: Immerhin waren sie 1995 schon einmal Weltmeister - ganz im Gegensatz zu den Dauerfavoritinnen aus Brasilien, die bis zum heutigen Tag auf einen großen internationalen Titel warten. In dieser Gruppe kommt es nun am kommenden Freitag (08.07.2011) zu einem Finale um Platz zwei zwischen Australien und Norwegen, die beide bisher drei Punkte auf ihrem Konto haben. Norwegen muss aufgrund der schlechteren Tordiffernez gewinnen, um weiterzukommen.

Prinz wie Ballack

Im deutschen Team dreht sich alles um die Formschwäche von Spielführerin Birgit Prinz. Und die Bundestrainerin hat sich längst anstecken lassen. Soll sie ihre Rekordnationalspielerin im letzten Gruppenspiel am Dienstag (05.07.2011) von Anfang an bringen, oder ihr doch eine Auszeit gönnen? Am Sonntag ließ sie ihre Assistentin dazu Stellung nehmen. Ulrike Ballweg wich zunächst aber aus: "Wir sind in der Entscheidungsfindung. Da sind alle Überlegungen möglich, wir machen uns über alles einen Kopf, spielen alles durch und werden uns dann entsprechend entscheiden."

Porträt des früheren Fußballprofis Günter Netzer (Bild: dpa)

Prinz-Kritiker Günter Netzer

Der 1974er-Weltmeister Günter Netzer wurde da schon konkreter: Er forderte die Bundestrainerin in seiner Zeitungskolumne zum Handeln auf: Neid müsse Akzeptanz und Einsicht von Prinz einfordern, sollte diese doch auf der Bank landen, und verglich die aktuelle Situation bei den Damen mit der im Herrenteam in den vergangenen Monaten: "Birgit Prinz kann ebenso wenig wie Ballack trotz nachlassender Leistung nur aufgrund vergangener Erfolge einen Anspruch auf einen Stammplatz in der Mannschaft beanspruchen", schrieb Netzer in der Bild am Sonntag. Zwischen Frankreich und Deutschland geht es am Dienstag um den Gruppensieg.

Autor: Tobias Oelmaier
Redaktion: Olivia Fritz

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